Medienmitteilung: Zufriedenheit mit der Zürcher Wirtschaft, aber wenig Verständnis für deren Anliegen

Am gestrigen «Tag des Standorts» 2026 des Kantons Zürich stand die Wahrnehmung der Wirtschaft durch die Bevölkerung im Zentrum der Diskussion zwischen Vertretern von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Eine Studie des Amts für Wirtschaft und der Zürcher Handelskammer zeigt, dass die Zürcher Bevölkerung ein überwiegend positives Bild der kantonalen Wirtschaft hat. Gleichzeitig sind zentrale Anliegen der Wirtschaft bei den Zürcherinnen und Zürchern nicht mehrheitsfähig.

Drei Viertel der Befragten bewerten die Zürcher Wirtschaft insgesamt als positiv. Besonders geschätzt werden die guten Arbeits- und Ausbildungsplätze, die Innovationskraft sowie das Engagement der Unternehmen für Kultur und Sport. Die Menschen zeigen sich auch zufrieden mit ihrer persönlichen Lage.

Das zeigt die Bevölkerungsbefragung «Die Zürcher Wirtschaft aus Sicht der Bevölkerung», die das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag des Amts für Wirtschaft und der Zürcher Handelskammer durchgeführt hat. Diese bildete einen Schwerpunkt am diesjährigen «Tag des Standorts» des Kantons Zürich.

Anliegen der Wirtschaft ohne Mehrheit im Volk

Die Befragung zeigt jedoch auch, dass die Identifikation der Zürcherinnen und Zürcher mit der Wirtschaft relativ gering ist. Trotz ihrer Bedeutung für den Arbeitsmarkt und unseren Wohlstand haben Unternehmen politisch einen schweren Stand. Zentrale Anliegen wie tiefere Steuern und weniger Regulierung sind derzeit nicht mehrheitsfähig. Die Skepsis gegenüber grossen Unternehmen ist dabei besonders augenfällig. 44% der Befragten sind etwa der Meinung, dass die Zürcher Wirtschaft auch ohne grosse internationale Unternehmen erfolgreich wäre.

«Unser Wohlstand ist keine Selbstverständlichkeit. Gerade in unsicheren Zeiten brauchen wir eine starke und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Unternehmen und die Verbände sind hier gefordert. Wir müssen der Bevölkerung wieder besser vermitteln, weshalb alle von attraktiven Rahmenbedingungen profitieren», sagt Raphaël Tschanz, Direktor der Zürcher Handelskammer.

Wie kann die Regulierungslast reduziert werden?

Die Zürcher Handelskammer leitete am «Tag des Standorts» den Workshop «Regulierung». Rund 25 Teilnehmende aus Privatwirtschaft, Verwaltung und Politik befassten sich dabei mit der Frage, wie Unternehmen angesichts der weiterhin hohen Regulierungsdichte und des zunehmenden administrativen Aufwands entlastet werden können. Grundlage für die Diskussion bildeten drei Anfragen aus dem Kantonsrat, die einen Anstoss zur Minimierung von Regulierung sowie Bürokratie in Richtung mehr Digitalisierung geben:

•    292/2025: Überprüfung sämtlicher vom Kanton Zürich erhobener Gebühren
•    293/2025: Netto-Null-Bürokratie für Unternehmen im Kanton Zürich
•    333/2025: Beschleunigte Digitalisierung der Verwaltungsprozesse im Kanton Zürich

Die Erkenntnisse aus dem Workshop sind klar: Wenn die Privatwirtschaft, die Verwaltung und die Politik zusammenarbeiten, dann können unnötige Gebühren, Bürokratie und Regulierung abgebaut sowie die Digitalisierung in der Verwaltung vorangetrieben werden. Es gibt jedoch noch viel zu tun. Die Zürcher Handelskammer wird die Themen auch nach dem «Tag des Standorts» 2026 weiter vorantreiben.

Rückfragen bitte an: Raphaël Tschanz, Direktor Zürcher Handelskammer, 
076 507 09 95, direktion.dont-like-spam@ich-will-kein-spam.zhk.ch 

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