Drei Fragen an... Sibylle Jüttner

Sibylle Jüttner, SP, Wahlkreis Andelfingen

Sibylle Jüttner ist seit 2022 Mitglied des Zürcher Kantonsrats für die SP und arbeitet in der Kommission für Bildung und Kultur mit. Zuvor gehörte sie der Kommission für Justiz und öffentliche Sicherheit an. Beruflich ist sie Prorektorin der Kantonsschule Zürcher Unterland in Bülach, wo sie auch Geschichte unterrichtet.

Frau Jüttner, welche Themen liegen Ihnen derzeit in Ihrem Wahlkreis Andelfingen besonders am Herzen?

Ein zentrales Thema ist die bessere Anbindung des Weinlandes an den öffentlichen Verkehr. Wir sind die bevölkerungsärmste Region im Kanton Zürich und deshalb für den ZVV kein lukrativer Markt. Dennoch muss auch bei uns der öffentliche Verkehr attraktiver gestaltet werden. Viele Dörfer liegen abseits der Bahnlinien, und die Busverbindungen sind oft ungenügend. Die Vielzahl an Zonen macht Fahrten zusätzlich teuer. Hinzu kommt, dass man wegen schlechter Bahnanschlüsse häufig auf Postautolinien mit Umwegen angewiesen ist – was die Billette verteuert. Längere Wege und höhere Preise: Das gilt es dringend zu ändern.

Wenn Sie Königin von Zürich wären, was würden Sie als erstes zu Gunsten des Standorts Zürich entscheiden?

Wenn ich Königin des Kantons Zürich wäre, würde ich die Kronjuwelen verkaufen und mit dem Erlös die dringend benötigten Schulhäuser für Berufsschulen und Gymnasien bauen. Damit unsere Bildung ihre hohe Qualität bewahren und wir das Potenzial aller Kinder ausschöpfen können, muss der neue Berufsauftrag für die Volksschule den Lehrpersonen zwingend die nötigen Ressourcen zur Verfügung stellen. Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte – und die erhalten wir nur durch ein starkes Bildungssystem, das Kinder nicht vorschnell aussortiert oder langfristig separiert, wenn es einmal schulisch nicht so gut läuft, sondern ihnen konsequent die passenden Unterstützungs- und Förderangebote bereitstellt.

Wie finden Sie Ausgleich zu Beruf und Politik?

Beim Abtauchen in unseren heimischen Gewässern kann ich den oft lauten Politikbetrieb und den hektischen Berufsalltag hinter mir lassen. Ich freue mich über jeden Fisch, jeden Krebs und das sanft wiegende Seegras in den Flüssen – und finde Ruhe in der Stille und der Dunkelheit in 40 Metern Tiefe im See.

Zurück zur Übersicht