Medienmitteilung: Ja zur Individualbesteuerung schafft Erwerbsanreize - ernüchterndes Wahlergebnis in der Stadt Zürich

Die ZHK begrüsst das Ja zur Individualbesteuerung. Damit werden Erwerbsanreize für Verheiratete geschaffen, deren Zweiteinkommen bisher überproportional besteuert wurde. Die ZHK erwartet wichtige Impulse für den Arbeitsmarkt bei der Ausnutzung des Inländerpotenzials sowie bei den Herausforderungen des demografischen Wandels. Mit Blick auf die Wahlen in der Stadt Zürich fordert die ZHK Stadtrat und -parlament auf, endlich die Sorgen der Unternehmen ernst zu nehmen: Die Ergebnisse der Firmenbefragung 2025 zeigen die Zufriedenheit der Firmen auf einem neuen Tiefstand.

Die Annahme des Bundesgesetzes über die Individualbesteuerung (indirekter Gegenvorschlag zur Steuergerechtigkeits-Initiative) ist ein gutes Zeichen für die Wirtschaft. Sie ist eine praktikable Lösung, um die steuerliche Benachteiligung von Ehepaaren endlich zu beenden, wie dies das Bundesgericht seit mehr als 40 Jahren fordert. 

Wichtige Anreize gegen den Fach- und Arbeitskräftemangel

Die Individualbesteuerung trägt nicht nur zur Gleichstellung von Mann und Frau bei. Sie setzt auch neue Anreize für beide Ehepartner, einer höheren Beschäftigung nachzugehen. Denn das Zweiteinkommen – meistens dasjenige der Frau – wurde mit der bisherigen Praxis oft beinahe komplett abgeschöpft. Diese neuen Anreize wirken auch aktiv dem Fach- und Arbeitskräftemangel entgegen, indem das Potenzial inländischer Arbeitskräfte besser ausgeschöpft wird.

Weiterhin linke Mehrheit im Zürcher Stadtparlament und im Stadtrat

Die knappe links-grüne Mehrheit (63 von 125 Sitzen) bleibt bestehen, die SP legte insbesondere auf Kosten der Grünen stark zu. Auch zulegen konnten FDP, SVP sowie Die Mitte. Die GLP verliert, und die EVP verpasst hauchdünn das Quorum von 5 %, könnte aber eine Nachzählung fordern. Gleichzeitig konnten die linken Kräfte im Stadtrat zulegen. Das Stadtpräsidium dürfte zudem weiter in linker Hand bleiben. Wirtschaftsnahe Anliegen dürften damit auch in der neuen Legislatur einen schweren Stand haben.

ZHK appelliert an den Stadtrat: Sorgen der Firmen ernst nehmen

Die Firmenbefragung 2025 der Stadt Zürich zeigte: Noch nie seit der Publikation der ersten Ausgabe der Studie vor 20 Jahren war die Gesamtzufriedenheit der Firmen mit dem Standort Zürich so tief wie im Jahr 2025. Zudem sind seit 20 Jahren die sechs drängendsten Probleme der Firmen unadressiert. Dies kommt dem Eingeständnis eines Scheiterns der städtischen Unternehmenspolitik gleich. Die ZHK fordert den neu zusammengesetzten Stadt- sowie Gemeinderat auf, die Sorgen der Firmen ernst zu nehmen und die Probleme endlich anzupacken.

Rückfragen bitte an: Raphaël Tschanz, Direktor Zürcher Handelskammer, 076 507 09 95, direktion.dont-like-spam@ich-will-kein-spam.zhk.ch 

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