Das Konjunkturboard Zürich liefert seit Anfang 2026 zweimal jährlich aktualisierte Daten und branchenspezifische Einblicke zur Zürcher Wirtschaft. Neu stellt die Zürcher Handelskammer ihren Mitgliedern auch in den geraden Quartalen eine eigene Konjunkturanalyse zur Verfügung. Die Konjunkturanalyse Q2 2026 steht im Zeichen der Geopolitik: Der angekündigte Zoll-Deal mit den USA sowie das Urteil des dortigen Obersten Gerichtshofs zu den IEEPA-Zöllen brachten exportorientierten Unternehmen zwar eine gewisse Erholung. Die Spannungen im Nahen Osten und die Schliessung der Strasse von Hormus schufen jedoch neue Unsicherheit.
Leichte Erholung – jedoch eingetrübte Erwartungen
So verlor die Zürcher Wirtschaft nach einer leichten Erholung Ende 2025 im ersten Quartal wieder etwas an Schwung. Auch die Geschäftserwartungen haben sich zuletzt wieder deutlich verschlechtert. Zürcher Unternehmen schätzen ihre Geschäftslage derweil weiterhin als deutlich besser ein als im schweizweiten Durchschnitt. Besonders betroffen von den neuerlichen geopolitischen Turbulenzen sind exportorientierte Industriebetriebe, der Detail- und Grosshandel sowie das Gastgewerbe. Steigende Einkaufspreise und längere Lieferfristen drücken hier besonders auf die Margen.
Finanz-, Bau- und Projektierungssektor wirken stabilisierend
Betroffen sind jedoch auch Zürcher Finanz- und Versicherungsdienstleister. Sie zeigen sich zwar weiterhin sehr resilient. Nichtsdestotrotz blickten sie zuletzt wieder etwas verhaltener in die Zukunft als auch schon. Ähnlich ergeht es den übrigen Zürcher Dienstleistern. Stark binnenmarktorientierte Branchen wie das Baugewerbe und die baunahen Planungsbranchen bleiben derweil weiterhin sehr robust. Tiefe Zinsen und ein anhaltender Wohnungsmangel machten Bauinvestitionen zuletzt wieder attraktiver.
Druck auf Arbeitsplätze nimmt in mehreren Zürcher Branchen leicht zu
Der Druck auf Arbeitsplätze hat zuletzt in mehreren Zürcher Branchen wieder leicht zugenommen – und ist derzeit im Grosshandel und der Industrie am grössten. Gleichzeitig bleibt der Fach- und Arbeitskräftemangel ein Problem – besonders im Bau- und Projektierungssektor.

