ZHAW untersucht fossilfreie Fernwärme

Winterthur - Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) haben eine Studie zu fossilfreien Fernwärmesystemen vorgestellt. Die Studie zeigt, dass bei niedrigen Strompreisen der Verzicht auf fossiles Heizen wirtschaftlicher sein könnte.

(CONNECT) Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur haben eine Vergleichsstudie zu fossilen und nichtfossilen Fernwärmesystemen vorgestellt. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, könnte der Verzicht auf fossile Brennstoffe oder Biomasse zu wirtschaftlicherem Heizen führen als mit herkömmlichen Systemen. Voraussetzung dafür wären jedoch niedrigere Strompreise als bislang üblich.

Derzeit liegen die Kosten fossilfreier Wärmenetze durchschnittlich um 20 Prozent höher. Bei einer genaueren Analyse zeige sich jedoch, dass sich viele Kosten überlappen, heisst es in der Studie. Während die Endlichkeit von Biomasse wie Holz und Biogas gegen einen Einsatz beim Heizen spricht, gibt es Unsicherheiten beim Einsatz synthetischer Brennstoffe und der Entsorgung des von ihnen produzierten Kohlendioxids. Die Forschenden gingen zudem davon aus, dass synthetische Brennstoffe bis 2050 noch deutlich teurer als fossile sein werden.

Um die angestrebte Klimaneutralität der Schweiz jedoch zu erreichen, müssen Alternativen gefunden werden. Bei einer Branchennachfrage stellte sich heraus, dass bislang lediglich 25 Prozent der Befragten über eine fossilfreie Alternative nachdenken. Dreiviertel davon erklärten, eine fossilfreie Spitzenlastabdeckung sei unwirtschaftlich. Allerdings sei diese These nicht überprüft worden.

Insgesamt kommt die Studie zum Schluss, dass die Hoffnung auf synthetische Brennstoffe oder eine zukünftige CO2-Abscheidung faktisch einem „Weiter-wie-bisher“ entsprechen würde. Die Studie wurde von der Forschungsgruppe Erneuerbare Energien der ZHAW zusammen mit der Netto-Null Beratung GmbH durchgeführt und vom Bundesamt für Energie (BFE) finanziert. ce/ww

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