(CONNECT) Der Start des ESA-Satellits Smile (Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer) am frühen Morgen des 19. Mai ist auch an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) mit Spannung verfolgt worden: Unter Leitung der FHNW hat ein Schweizer Konsortium das Kühlsystem für die SXI-Röntgenkamera entwickelt. Zu dem Konsortium gehören KOEGL Space aus Dielsdorf und Space Acoustics aus Rafz.
Der Start, den die Europäischen Weltraumorganisation (ESA) live übertragen und kommentiert hat, erfolgte um 5.52 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf dem Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Um 6.49 entfalteten sich laut einer Mitteilung der ESA die Solarpaneele des Raumfahrzeugs, sodass Smile nun seine wissenschaftlichen Instrumente mit Strom versorgen kann. Mit dem Abschluss dieses Vorgangs gilt der Start als erfolgreich.
Smile ist ein Kooperationsprojekt der ESA und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Ziel der Mission ist es, das Weltraumwetter besser zu verstehen, um präzisere Vorhersagen machen zu können. Denn Sonnenwinde und -stürme können das Erdmagnetfeld, also die Schutzhülle der Erde, dynamisch verändern und auch GPS-Systeme beeinflussen, erklärt die FHNW in einem Beitrag.
„Wir stehen kurz davor, etwas noch nie Dagewesenes zu erleben – die unsichtbare Schutzhülle der Erde in Aktion“, wird ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher in der Mitteilung der ESA zitiert. „Mit Smile erweitern wir die Grenzen der Wissenschaft, um grosse Fragen zu beantworten, die seit unserer Entdeckung vor über siebzig Jahren, dass die Erde sicher in einer riesigen magnetischen Blase liegt, ein Rätsel geblieben sind.“
Dazu beitragen wird eines der vier wichtigsten Geräte an Bord von Smile, das SXI-Röntenteleskop. „Zu den besonderen technischen Herausforderungen bei diesem Instrument zählen die ausschliessliche Verwendung europäischer Bauteile für alle Systeme sowie das kryogene TCS (Thermal Control System)“, erklärt die Universität Leicester, die die Gesamtleitung des SXI-Projekts innehat, in ihrer Projektbeschreibung.
Für die zuverlässige Kühlung des Systems hat das Konsortium aus FHNW, KOEGL Space und Space Acoustics unter der Leitung von FHNW-Professor Hans-Peter Gröbelbauer einen Radiator entwickelt, der die beiden Detektoren der Kamera zuverlässig auf -110 Grad Celsius kühlt. Die Aufgabe von Astrophysiker Prof. Dr. Säm Krucker und seines FHNW-Teams bestand darin, die Qualität der Bilder zu optimieren.
Die Expertise der Beteiligten ist FHNW-Angaben zufolge auch in zwei der bedeutendsten ESA-Projekte der nahen Zukunft gefragt: Envision zur Exploration der Venus und ARRAKIHS, wo es um die Erforschung dunkler Materie sowie die Entstehung von Galaxien im kleinen Massstab geht. ce/mm

