Neues Meldetool für Rückmeldungen an das Steueramt

Die Zürcher Handelskammer (ZHK) lanciert gemeinsam mit Partnerverbänden und dem Kantonalen Steueramt Zürich ein neues Meldetool für Unternehmen. Damit wird eine strukturierte Möglichkeit geschaffen, Rückmeldungen zu abgeschlossenen Veranlagungsverfahren und Steuervorbescheiden einzubringen – mit dem Ziel, Abläufe zu verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Verwaltung zu stärken.

Dem Projekt gingen Gespräche im Herbst 2025 zwischen der Geschäftsleitung des Steueramtes sowie Vertreterinnen und Vertretern von Treuhand Suisse, ExpertSuisse, dem Zürcher Anwaltsverband und der ZHK voraus. In diesem Austausch erklärte sich das Steueramt bereit, systematisch Rückmeldungen aus der Praxis entgegenzunehmen – insbesondere zu Verfahren, die Anlass zu Beanstandungen gegeben haben.

Das neue Meldetool richtet sich an Unternehmen und ihre Steuervertretungen, die konkrete Erfahrungen aus abgeschlossenen Verfahren teilen möchten. Eine Rückmeldung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn ein Veranlagungsprozess als unnötig aufwendig, unklar oder unverhältnismässig wahrgenommen wurde. Beispiele dafür sind Verfahren, die ohne ersichtlichen Grund deutlich länger als üblich gedauert haben, wiederholte oder sachlich nicht nachvollziehbare Informationsanfragen, Auflagen ohne Einfluss auf die Steuerberechnung oder Anforderungen, die über das Ziel hinausgeschossen sind. Auch eine unklare Kommunikation oder schwer verständliche Entscheidbegründungen können Anlass für eine Meldung sein.

Das Meldetool versteht sich nicht als Ersatz für ordentliche Rechtsmittel, sondern als ergänzendes Instrument zur Identifikation struktureller Verbesserungspotenziale. Die Eingaben erfolgen anonymisiert über ein Online-Formular. Die ZHK prüft die Rückmeldungen vor und leitet sie anschliessend gebündelt an das Steueramt weiter. Damit wird sichergestellt, dass die Hinweise sachlich eingeordnet und gezielt in interne Prozesse eingebracht werden können.

Das Projekt startete im Februar 2026 und ist zunächst auf sechs Monate angelegt. In dieser Pilotphase soll evaluiert werden, wie sich der strukturierte Austausch auf Effizienz, Transparenz und gegenseitiges Verständnis auswirkt. Ziel ist es, die Qualität der Dienstleistungen des Steueramtes weiterzuentwickeln und die Perspektive der Unternehmen noch stärker zu berücksichtigen.

Mit dem neuen Meldetool setzt die ZHK ein Zeichen für einen konstruktiven Dialog und eine praxisnahe Ausgestaltung steuerlicher Verfahren. 

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