Konkurse in der Schweiz steigen 2025 um 54 Prozent

Urdorf ZH - In der Schweiz sind im vergangenen Jahr 54 Prozent mehr Insolvenzverfahren eröffnet worden als im Vorjahr. Die Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet sieht das in einer aktuellen Analyse als politisch gewollte Marktbereinigung. Diese sei ein Effekt des revidierten Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes.

(CONNECT) Die Zahl der Unternehmenskonkurse ist 2025 im schweizweiten Durchschnitt um 54 Prozent gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von Dun & Bradstreet Schweiz. „Der starke Anstieg der Firmenkonkurse im Jahr 2025 ist in erster Linie Ausdruck einer politisch gewollten Marktbereinigung und weniger einer konjunkturellen Verschlechterung“, wird Marianne Bregenzer, Country Lead Schweiz, in einer Mitteilung zitiert. Laut der seit Januar 2025 geltenden Revision des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes sind öffentlich-rechtliche Gläubiger wie Steuerbehörden und Sozialversicherungen verpflichtet, ausstehende Forderungen konsequent über Konkursverfahren durchzusetzen.

Wie Dun & Bradstreet aufzeigt, gab es dabei grosse regionale Unterschiede: Am stärksten stiegen die Firmenkonkurse in der Zentralschweiz (+61 Prozent), gefolgt vom Espace Mittelland (+59 Prozent) und der Südwestschweiz (+52 Prozent). Am geringsten fiel der Anstieg in der Ostschweiz (+52 Prozent), in der Nordwestschweiz (+51 Prozent) und in Zürich (+46 Prozent) aus. Diese Unterschiede deuten nach Einschätzung von Dun & Bradstreet darauf hin, „dass die neuen gesetzlichen Vorgaben kantonal unterschiedlich konsequent umgesetzt werden und die bereinigende Wirkung regional zeitlich versetzt greift“.

Demnach waren Unternehmen besonders betroffen, die bereits strukturell belastet waren, „insbesondere in Branchen mit knappen Margen, hohen Verschuldungen oder eingeschränkter Liquidität. So sahen etwa die Unterhaltungs- und Freizeitwirtschaft bei den Konkursen ein Plus von 94 Prozent und die der Herstellung dauerhafter Güter von 89 Prozent.

Gleichzeitig gab es bei den Neugründungen in der Schweiz einen Zuwachs von 5 Prozent. Weit überdurchschnittlich fiel dieser in der Immobilienwirtschaft (+22 Prozent) aus, gefolgt von der IT-Branche (+18 Prozent) sowie von Holding- und Investitionsgesellschaften (+17 Prozent). Rückgänge gab es unter anderem im Detailhandel (-7 Prozent) sowie im Grosshandel und Gastgewerbe (je -3 Prozent). ce/mm

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