(CONNECT) Der Start der europäischen Trägerrakete Ariane 6 ist laut einer Mitteilung der ESA erfolgreich verlaufen. Er erfolgte am 27. August 2026 um 22.11 Uhr vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana. An Bord befindet sich der zweite Bildgebungssatellit (MTG I2) der Meteosat-Third-Generation (MTG)-Flotte. Er wird seinen Platz im Dreisatellitensystem einnehmen und so die erste Familie der MTG-Satelliten vervollständigen. Das Trio wird Daten über Wetter, Atmosphäre und Klima über Europa und Nordafrika sammeln und laut einer Mitteilung der ESA in beispielloser Qualität, Quantität und Häufigkeit liefern.
Der bundeseigene Zürcher Raumfahrtkonzern Beyond Gravity hat den jüngsten 3800 Kilogramm wiegenden Schwerwettersatelliten mit mehreren Schlüsselkomponenten ausgestattet. Sie wurden einer Unternehmensmitteilung zufolge an seinen Standorten in Zürich, Wien, Göteborg, Linköping und Emmen LU gefertigt. So stattete Beyond Gravity den Satelliten mit einer Wärmedämmung aus mehreren Lagen hauchdünnen, metallbeschichteten Kunststoffs aus.
Darüber hinaus ist der Raumfahrtkonzern für den Mechanismus zur präzisen Ausrichtung der Solarpaneele ebenso verantwortlich wie für die Refokussierungsmechanismen, die sicherstellen, dass die Instrumente nach den starken Vibrationen beim Start wieder eine optimale, scharfe Sicht erhalten. Zudem lieferte Beyond Gravity eine Hightech-Sonnenblende für die Kamera von circa 1 Meter Durchmesser. Auch der Zentralrechner, das Gehirn der insgesamt sechs Meteosat-Satelliten der dritten Generation, wurde von Beyond Gravity entwickelt und gebaut.
Für die Ariane-6-Trägerrakete fertigte das Unternehmen den Nasenkegel. Die Nutzlastverkleidung schützte den Satelliten während des Starts und seines Flugs durch die Atmosphäre. Die zwei Halbschalen mit einem Durchmesser von 5,4 Metern wurden etwa 3 Minuten nach dem Verlassen der Erdatmosphäre abgeworfen. Das Nutzlastadaptersystem von Beyond Gravity verband Satellit und Trägerrakete während des Starts und setzte den Satelliten präzise in der Umlaufbahn frei. Auch für das Triebwerk produzierte das Unternehmen zwei Komponenten.
„Wir haben missionskritische Komponenten sowohl für den Wettersatelliten als auch für die Ariane-6-Trägerrakete geliefert“, wird Dr. Barbara Frei-Spreiter, CEO von Beyond Gravity, zitiert. „Dieser neue Satellit wird Meteorologen helfen, Unwetter frühzeitig zu erkennen und schnellere Warnungen auszugeben, um Menschen und kritische Infrastrukturen besser zu schützen.“ ce/mm

