(CONNECT) Die ZHAWSchool of Engineering und das Linguistik Zentrum Zürich der UZH untersuchen laut einer Mitteilung, ob Künstliche Intelligenz (KI) Stimmen erschaffen kann, die nicht nur nach einer groben Region wie Bern oder Zürich klingen, sondern nach ganz bestimmten Ortschaften. Dabei geht es um Dialektforschung, wie CO-Projektleiter Jan Milan Deriu von der ZHAW erklärt: „Unsere Vision ist eine synthetische Dialektologie. Wir wollen Wissen aus der Dialektologie nutzen, um Sprachmodelle besser zu machen – und umgekehrt synthetische Daten einsetzen, um Fragen der Dialektologie zu beantworten.“
Das dreijährige Projekt Synthetic Dialectology of Swiss German verbindet KI-Forschung und Dialektologie und hat eine Förderung des Schweizerischen Nationalfonds erhalten. Mögliche Anwendungen reichen von regional angepassten Werbespots und Callcenter-Stimmen bis zu Sprachassistenten oder Robotik. „Wir erhalten bereits Anfragen von Unternehmen, die synthetische Schweizer Stimmen einsetzen möchten“, so Deriu.
Zu Projektbeginn sammelt das Team Sprachaufnahmen von je drei Personen aus 85 Ortschaften in der Deutschschweiz. Allein für die Suche nach den Personen und für die Datenerhebung im phonetischen Labor der Universität Zürich rechnen die Verantwortlichen mit einer Dauer von eineinhalb Jahren.
Parallel wird ein eigenes Voice-Cloning-Modell aufgebaut. Es soll nicht nur bekannte lokale Dialekte abbilden, sondern auch Varianten erzeugen können, die in den Daten nicht direkt vorkommen. Zur Evaluation soll in Hörstudien untersucht werden, wie Laien und Fachleute natürliche und künstliche Aufnahmen wahrnehmen und geografisch einordnen. ce/mm

