Daphne Technology gewinnt neue Investoren

Ecublens VD - Daphne Technology hat 15 Millionen Dollar frisches Kapital erhalten. Damit unterstützen Investoren aus London und Singapur Daphne auch bei der Expansion in den USA. Die Firma reduziert mit Nanotechnologie klimaschädlichen Methanschlupf von Kompressormotoren in Erdgasförderanlagen.

(CONNECT) Das in Ecublens ansässige Unternehmen Daphne Technology hat laut seiner Mitteilung in einer Finanzierungsrunde 15 Millionen Dollar eingeworben. Angeführt wurde die Runde von Taranis. Damit schliesst sich der Londoner Nachhaltigkeitsinvestor den beiden bestehenden Ankerinvestoren Shell Ventures, ebenfalls aus London, und Trafigura, einem der weltweit grössten Rohstoffhandelskonzerne mit Sitz in Singapur, an.

Laut Daphne, einer 2017 gegründeten Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, soll das frische Kapital einer beschleunigten Markteinführung seines SlipPure Marine- und SlipPure Land-Systems zur Methanreduzierung bei Kompressormotoren in der Erdgasförderung dienen. Zudem sollen damit Produktionskapazitäten in den USA aufgebaut, Produkte weiterentwickelt sowie Einsatz- und Servicekapazitäten erweitert werden.

Daphne Technology misst und reduziert den Methanschlupf, also unverbranntes Methan im Abgas magerverbrennender Erdgasmotoren. Dieser macht 55 Prozent der Methanemissionen von Erdgaskompressionsmotoren in Pipelines aus und wird von bestehenden Abgasnachbehandlungssystemen so gut wie nicht berücksichtigt. Doch der Clean Air Act der USA und die EU-ETS-Verordnung regulieren Methanschlupf, weil dieses Gas besonders klimaschädlich ist. Zudem wächst die Zahl der Methanüberwachungssatelliten rasch. Dadurch, so Daphne, steigt der Handlungsdruck auf Betreiber von Land- und Schiffsmotoren. Bereits im Januar 2026 hatten Daphne und der in den USA ansässige Energiekonzern Williams im Rahmen des Programms zur Reduzierung von Methanemissionen des US-Energieministeriums Fördermittel in Höhe von fast 6 Millionen Dollar erhalten. 

Daphnes SlipPure-Technologie ist ein patentiertes plasmakatalytisches Verfahren, das Methan um 90 Prozent reduziert und gleichzeitig 99 Prozent Kohlenmonoxid, 99 Prozent Formaldehyd und 60 Prozent Stickstoffdioxid entfernt. Das System kommt ohne bewegliche Teile aus und erfordert keine Motormodifikation. Derzeit läuft eine Felddemonstration an einem 2000 PS starken 4-Takt-Magerverbrennungsmotor bei einem Midstream-Unternehmen in den USA.

Der Abschluss mit Taranis unterstreicht laut Daphnes Interim-CEO Jamie Brick „die wachsende Überzeugung, dass die Methanreduzierung sowohl wirtschaftlich als auch klimapolitisch unerlässlich ist“. Zukunftsorientierte Betreiber würden nun an der Umsetzung ihrer Emissionsziele arbeiten. Und „SlipPure bietet ihnen ein kosteneffizientes, sofort einsatzbereites Werkzeug, um diese zu erreichen.“ ce/mm

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