Babyboomer werden keine Verkaufswelle beim Wohneigentum auslösen

St.Gallen - Die in hoher Zahl in den Ruhestand eintretende Generation der Babyboomer wird laut einer Raiffeisen-Studie keine sinkenden Preise für Wohneigentum zur Folge haben. Die Bereitschaft pensionierter Eigentümer von Häusern und Wohnungen zu Umzug und Verkauf bleibt extrem niedrig.

(CONNECT) Hoffnungen auf niedrigere Preise auf dem Markt für Wohneigentum durch den sogenannten Silver Tsunami der massenhaft ins Pensionsalter eintretenden Babyboomer werden sich nicht erfüllen. Zu diesem Ergebnis kommt die Immobilienstudie von Raiffeisen für das dritte Quartal 2025. Demnach wird die massive demografische Verschiebung, die durch den Ruhestand der zwischen 1955 und 1969 geborenen Babyboomer-Generation ausgelöst wird, nicht zu einem grösseren Angebot von Wohneigentum und in der Folge zu sinkenden Preisen führen.

Der Hauptgrund dafür ist ihre äusserst geringe Wohnmobilität: Die Umzugsquote von Wohneigentümerinnen und -eigentümern im Rentenalter beträgt sowohl im Stockwerkeigentum als auch im Einfamilienhaus gerade einmal rund 1,5 Prozent. Dagegen ist die Umzugsquote von Pensionierten, die in Mietwohnungen leben, mit 4,1 Prozent fast dreimal so hoch.

„Der ab 2023 beobachtete Anstieg der Leerstände im Wohneigentum ist kein Vorbote, dass die demografische Alterung zu einem strukturell höheren Leerstand beim Eigentum führt“, legt Raiffeisens Chefökonom Fredy Hasenmaile in einer Medienmitteilung dar. „Er ist in erster Linie durch die zwischenzeitlich höheren Zinsen und den damit vorübergehend wegfallenden Wohnkostenvorteil im Eigentum zu erklären.“

Faktoren wie die grosse Angebotsknappheit, die tiefen Zinsen und die Zuwanderung haben laut Raiffeisen die Preisentwicklung bisher viel stärker geprägt als die Alterung der Gesellschaft. Auch auf dem Mietwohnungsmarkt übersteige die Nachfrage bei weitem das Angebot. Trotz der regen öffentlichen Debatte sei der Wohnungsbau nicht in Gang gekommen. Dementsprechend, so Hasenmaile, müsse „auch künftig mit einem spürbaren Anstieg der Angebotsmieten und rückläufigen Leerständen gerechnet werden“. ce/mm

Zurück zur Übersicht