SoftBank investiert 200 Millionen Dollar in Gravis Robotics

Zürich/Tokio - Die Tokioter SoftBank beteiligt sich mit 200 Millionen Dollar an Gravis Robotics. Mit dieser laut Gravis grössten Serie-A-Finanzierungsrunde in der Geschichte der Baurobotik will die ETH-Ausgründung die Einführung ihrer physischen Künstlichen Intelligenz für autonome Bagger weltweit skalieren.

(CONNECT) Die Zürcher Gravis Robotics AG hat in einer Finanzierungsrunde der Serie A 200 Millionen Dollar eingenommen. Dies ist laut einer Mitteilung von Gravis die höchste je in einer Serie-A-Finanzierungsrunde der Baurobotik eingeworbene Investition. Geldgeber ist SoftBank. Die Tokioter Investment Holding ist vor allem als globale Beteiligungsgesellschaft und Investor bekannt. Ihre Vision Funds gehören zu den weltgrössten Technologie-Investmentfonds.

Das 2018 aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) ausgegliederte Robotik-Unternehmen Gravis versteht es eigenen Angaben zufolge als seine Mission, „software-definierte Intelligenz in eine Branche zu bringen, die jahrzehntelang auf rein mechanische Hardware gesetzt hat“. Gravis stellt Software für autonome Baumaschinen bereit, die als Betriebssystem für gemischte Maschinenflotten dient. Sie läuft auf dem Steuerungssystem namens Gravis Rack, das von Maschinenherstellern wie Caterpillar, Case, Develon, John Deere, Hitachi, Volvo und anderen verwendet wird. Dieselbe Kernsoftware kann ohne individuelle Umprogrammierung einen Kompaktbagger ebenso steuern wie eine fünfmal so grosse Maschine.

Die flexible Softwareplattform bietet das gesamte Spektrum von durch Künstliche Intelligenz gestützte manuelle Steuerung bis hin zu vollautonomem Betrieb. Im vollautonomen Modus können Bedienende ganze Roboterflotten gleichzeitig überwachen. Unabhängig vom Modus fungiert jede mit Gravis ausgestattete Maschine während der Arbeit als kontinuierlicher Standortsensor und automatisiert Vermessung und Gefahrenkartierung im Hintergrund.

„Ob Wohnungsbau, Modernisierung von Energienetzen oder Ausbau von Rechenzentren: jedes Projekt beginnt mit Erdbewegungen“, wird CEO und Mitgründer Ryan Luke Johns zitiert. Dieser Flaschenhals habe die gesamte Bauwirtschaft bisher ausgebremst. „Unsere Maschinen sind für die unübersichtliche, unvorhersehbare Realität von Baustellen konzipiert, die herkömmliche Automatisierungssysteme an ihre Grenzen bringt. Mit der Unterstützung von SoftBank können wir die besten Bauarbeiter und Ingenieure einstellen, die von Gravis entwickelte Autonomie auf jeder grossen Baustelle einsetzen und schneller wachsen, als dies irgendjemand für möglich gehalten hätte.“ ce/mm

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