(CONNECT) Der amerikanische Unternehmer Skyler Chan wurde als einer der Hauptredner angekündigt, die im November an der Innovationskonferenz Open-i in Zürich auftreten. Er bringt laut den Veranstaltern seine Weltall-Vision in die Schweiz, die sich international als Ort für entscheidende Weltraum-Innovationen positioniert. Chan will mit seinem Unternehmen GRU Space der Menschheit den Weg ins Weltall über den Mondtourismus ebnen und in einem ersten Schritt bis 2032 das erste Hotel auf dem Mond eröffnen.
Erst 21-jährig ist der Absolvent der renommierten Berkeley-Universität im vergangenen Jahr zum Gründer geworden. Sein Unternehmen wurde beim Start-up-Förderer Y Combinator aufgenommen, der für sein starkes Netzwerk im Silicon Valley und Erfolgsbeispiele wie Airbnb oder Coinbase bekannt ist. Heute berät GRU Space laut eigenen Aussagen bereits die US-Delegation bei den Vereinten Nationen.
„Sobald wir ein Hotel gebaut haben, können wir unsere Infrastruktur ausbauen – Strassen, Lagerhallen und Basen. Danach können wir das Gleiche auf dem Mars wiederholen“, wird er in einem Interview zitiert. Chens Vision kommt dem Plan von US-Präsident Trump entgegen, bis 2030 erste Elemente einer Mond-Basis aufzubauen. GRU Space erwartet laut einem Konzeptpapier massive staatliche Investitionen und baut auf Weltraumtourismus als den schnellsten wirtschaftlichen Hebel, um eine Mondwirtschaft in Gang zu setzen.
Konkret soll eine Hotelstruktur auf dem Mond entstehen, die bis zu vier Gäste über mehrere Tage beherbergt. Den Transport der Gäste übernehmen kommerzielle Raumfahrzeuge von Unternehmen wie SpaceX oder Blue Origin. Die Kosten für eine Nacht belaufen sich auf rund 417‘000 Dollar. Die erste Version des Hotels stammt noch vollständig von der Erde und wird auf dem Mond aufgeblasen. Spätere Versionen sollen von Strukturen aus Mond-Material umschlossen sein und bis zu zehn Menschen fassen. Gemäss Plan sinken die Übernachtungskosten dann auf 83‘000 Dollar.
Die technische Innovation liegt laut GRU Space in der Nutzung von Ressourcen auf dem Mond, der sogenannten In-Situ Resource Utilization (ISRU), wobei Mondstaub zu einem belastbaren Baustoff geformt wird. Eine Verarbeitung in grossem Stil ist bis dato sehr energieintensiv. Das Team stellt eine Übergangstechnologie vor, mit der eine kritische Infrastruktur inklusive Solarpanels erstellt werden kann. Laut dem Konzept sollen dabei Geopolymere die Körner des Mondstaubs binden.
Open-i versteht sich als Schweizer Innovationsgemeinschaft und Dialogplattform für Wirtschaft und Wissenschaft. 2026 wird die Konferenz am 26. November im Kongresshaus Zürich stattfinden. Sie bringt Fachleute aus dem Schweizer Innovationsökosystem zusammen, die die führende Rolle der Schweiz als ein innovativer und erfolgreicher Markt sichern. Veranstaltet wird Open-i von NZZ Connect, einer Zweigniederlassung der NZZ mit Sitz in Bern. Tickets sind jetzt verfügbar. ce/yvh

