(CONNECT) Das in Zürich ansässige Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte konstatiert in seiner Studie „Unterschätzt, ungeschützt, unterversichert: KMU-Cyberrisiken in der Schweiz“ drei Sicherheitslücken: Cyberrisiken werden systematisch unterschätzt, grundlegende Schutzmassnahmen sind nicht flächendeckend implementiert und Versicherungsschutz fehlt vor allem bei kleinen Unternehmen. Und das, obwohl sich die Bedrohungslage für Schweizer Unternehmen deutlich verschärfe, heisst es auch in einer Mitteilung zur Studie. Grundlage sind Daten aus einer repräsentativen Umfrage.
Die Ergebnisse zeigen, dass zwar 49 Prozent der befragten KMU-Mitarbeitenden in den vergangenen drei Monaten einen ernsten Cybervorfall bei ihrem Arbeitgeber erlebt haben. Aber nur 22 Prozent schätzen das Cyberrisiko ihres Unternehmens als hoch ein. Als besonders ausgeprägt wird in der Studie diese Wahrnehmungslücke bei Mikrounternehmen mit ein bis neun Mitarbeitenden bewertet. Dabei komme etwa Phishing bei diesen fast ebenso häufig vor wie bei KMU allgemein.
Der erstmals auf Basis der Studie erstellte KMU-Cybersicherheitsindex liegt bei 58 von 100 Punkten. Er misst die Verbreitung von sechs grundlegenden mitarbeiterbezogenen Sicherheitsmassnahmen. Das bedeutet, dass diese nur zu 58 Prozent umgesetzt sind. Zudem bleibe die Versicherungslücke gross, so Deloitte: „Die Verbreitung von Cyberversicherungen wächst in der Schweiz zwar, doch die Marktdurchdringung bleibt tief.“ Nur 11,5 Prozent der in der Schweiz domizilierten Unternehmen sind gegen Cyberrisiken versichert.
„Viele KMU unterschätzen, wie stark sich Cyberangriffe verändert haben“, wird Florian Widmer, Partner Cyber bei Deloitte Schweiz, zitiert. „Die Fähigkeit einer Organisation, Cyberangriffen zu widerstehen, beginnt deshalb mit den Grundlagen: Es braucht unter anderem starke Authentifizierung, restriktive Zugriffsrechte, regelmässige Schulungen, getestete Back-ups sowie einen robusten Notfallplan.“
Zu den mit Künstlicher Intelligenz verbundenen Strategien und Stolpersteinen führt Deloitte Schweiz zusammen mit der Zürcher Handelskammer im September eine dreiteilige Lunch-Hour-Webinar-Serie durch. Teil 1 am 2. September befasst sich von 12 bis 13 Uhr mit dem Thema KI-Evolution, Teil 2 am 9. September ist mit Von Vision zu Wert und Teil 3 am 17. September mit Strategische Roadmap überschrieben. ce/mm

