(CONNECT) Swiss Medtech sieht die Attraktivität der Schweiz als Medtech-Standort gefährdet. Die Investitionen der Unternehmen der Branche in Produktion, Forschung und Entwicklung gingen zurück, 43 Prozent der Firmen planten aktuell keine weiteren Investitionen im Land, informiert der Branchenverband in einer Mitteilung. Swiss Medtech stützt sich dabei auf die gemeinsam mit der Helbling-Gruppe erarbeitete zehnte Ausgabe seiner Branchenstudie.
Ihr zufolge gehört die heimische Medizintechnikbranche zu den wichtigen Industriezweigen der Schweiz. Ihre rund 1400 Unternehmen beschäftigten fast 72'000 Menschen und trügen rund 10 Prozent zur gesamten industriellen Wertschöpfung bei, heisst es zur Begründung. Das Stellenwachstum ist dabei aber von rund 1500 Stellen im Zehnjahresdurchschnitt auf zuletzt nur rund 200 neue Arbeitsplätze gesunken. Die Wertschöpfung fiel in den letzten beiden Jahren dagegen mit 5,5 Prozent jährlich rund doppelt so hoch wie die der Gesamtwirtschaft aus.
„Unsere Analysen zeigen deutlich, dass Standorte in der EU, aber auch in China und den USA gegenüber der Schweiz an Attraktivität gewonnen haben“, lässt sich Simon Michel, CEO von Ypsomed, in der Mitteilung zitieren. Damian Müller, Ständerat (FDP/LU) und Präsident von Swiss Medtech, fordert als Gegenmassnahmen „gezielten Bürokratieabbau und spürbare Entlastungen“ der Unternehmen der Branche ein. Für Adrian Hunn, Direktor von Swiss Medtech, kommt es vor allem auf die gezielte Stärkung digitaler Kompetenzen und der Rahmenbedingungen für Innovation an. Hintergrund ist der in der Branche zu beobachtende Wandel von klassischen Medizinprodukten zur integrierten, patientennahen Angeboten. ce/hs

