(CONNECT) Die Studie „AI is rewiring global trade: power, dependencies and value chains are concentrating“ des Kreditversicherers Allianz Trade analysiert die Auswirkungen des Wachstums Künstlicher Intelligenz (KI) auf Handel und Wertschöpfungsketten.
Laut einer Mitteilung zur Studie hat sich der weltweite Handel mit KI-relevanten Gütern in den vergangenen zehn Jahren auf 3,8 Billionen Dollar nahezu vervierfacht. Sein Anteil am globalen Warenhandel liegt inzwischen bei rund 15 Prozent. Die Angebotsseite wird klar von Asien dominiert: China vereint 18 Prozent der KI-bezogenen Exporte auf sich, Taiwan 12 Prozent und Hongkong 11 Prozent. Zu den weiteren wichtigen Akteuren zählen die Niederlande und die USA.
Zugleich entwickelt sich die Kontrolle über Rechenzentren, Cloud-Infrastrukturen und Rechenkapazitäten zu einem geopolitischen Machtfaktor. Besonders konzentriert ist die KI-Infrastruktur in Taiwan, Südkorea, China und den USA. Störungen oder Konflikte in diesen Regionen können daher erhebliche Folgen für globale Produktions- und Lieferketten haben.
Besonders exponiert ist Europa. Der Kontinent verfügt über weniger als 10 Gigawatt Rechenzentrumskapazität und damit nur über rund ein Sechstel der Kapazität der USA von 60 Gigawatt. International aktive Cloud-Anbieter aus den USA kontrollieren bereits 35 Prozent der europäischen Rechenkapazitäten und rund 70 Prozent des Cloud-Marktes. Gleichzeitig ist Europa auf Hardware-Importe aus Asien angewiesen: 14 Prozent der Komponenten für KI-Rechenzentren stammen aus China, während Taiwan eine Schlüsselrolle bei der Halbleiterproduktion einnimmt. Nach Einschätzung von Allianz Trade droht Europa damit eine doppelte Abhängigkeit – von den USA bei digitalen Diensten und von Asien bei der Hardware-Versorgung. ce/ja

