(CONNECT) Nur noch eine von zehn Schweizer Firmen gibt an, nicht von der weltweiten Unsicherheit betroffen zu sein. Weniger als 10 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Entspannung der wirtschaftlichen Situation. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Ausgabe des Swiss Managers Survey, wie aus einer Mitteilung der ZHAW School of Management and Law der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hervorgeht. Wie die jährliche Befragung bei Führungskräften aus Unternehmen aller Sprachregionen, Branchen und Unternehmensklassen ergab, wird mit langfristigen Auswirkungen gerechnet, die sich auch in sinkenden Haushaltseinkommen niederschlagen.
Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Firmen habe bereits mit ausgesetzten Investitionen reagiert, 28 Prozent haben aus Vorsicht keine neuen Mitarbeitenden eingestellt. „Die Abkühlung am Stellenmarkt wird meist der KI zugeschrieben. Übersehen wird, dass auch die geopolitische Unsicherheit direkt auf Beschäftigung und Investitionen durchschlägt“, wird Siyana Gurova vom International Management Institute der ZHAW School of Management and Law zitiert.
Für 30 Prozent der Manager gelten Störungen der Lieferketten als grösstes Problem. Dahinter kommen Handelsschranken und Zölle (13 Prozent). Rund zwei Drittel (68 Prozent) der Führungskräfte beurteilen das USA-Geschäft wie im Vorjahr negativ, 38 Prozent von ihnen rechnet hier mit einer Verschlechterung der Handelsbeziehungen. Die Lage werde von Industrieunternehmen pessimistischer eingeschätzt als von Dienstleistern.
Europa wird als wichtiger Anker bestätigt und der Blick auf das China-Geschäft bleibt stabil. Als Aufsteiger gilt Indien. 38 Prozent der Unternehmen berichten von einer positiveren Einstellung gegenüber dem Land, mit dem die Schweiz im Oktober 2025 ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat.
Für die Ausgabe 2026 wurden 332 Antworten zu Geschäftsentwicklung, Wettbewerbsfähigkeit, Risiken und Unsicherheiten untersucht. 67 Prozent der Befragten gehören zum oberen Management oder zu Verwaltungsräten.
Durchführende waren die ZHAW School of Management and Law in Zusammenarbeit mit der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana sowie die Haute Ecole Arc. Als Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartnern des Projekts wirkten die Zürcher Handelskammer, die Waadtländische Industrie- und Handelskammer, die Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur sowie die Handelskammer Schweiz – Mitteleuropa mit. ce/heg

