Drei Fragen an... Jeannette Büsser

Jeannette Büsser, Grüne, Wahlkreis Zürich 6 + 10

Jeannette Büsser vertritt seit 2019 die Grünen im Zürcher Kantonsrat für den Wahlkreis Unterstrass und Höngg und ist Mitglied der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit. Zuvor gehörte sie der Sozialbehörde der Stadt Zürich an. Die politischen Schwerpunkte der diplomierten Sozialarbeiterin FH liegen unter anderem bei globaler und sozialer Gerechtigkeit, Nord-Süd-Beziehungen sowie bei nachhaltigem Konsum. Aktuell ist sie als Fachbereichsleiterin des Erwachsenenschutzes in Horgen tätig.

Frau Büsser, welche Themen liegen Ihnen derzeit in Ihrem Wahlkreis Zürich 6 + 10 (Unterstrass und Höngg) besonders am Herzen?

Durch die S24 bleibe ich meiner alten Heimat an meinem neuen Wohnort Horgen Oberdorf nicht nur im Herzen, sondern durch eine direkte Linie verbunden. Viele verlassen nicht nur die Stadt, sondern ziehen in einen anderen Kanton. Der Immobilienmarkt ist ausser Kontrolle. Die Gesetze sind zwar da, der politische Wille weniger. Mit einem erzwungenen Umzug verlieren Menschen nicht nur eine Wohnung, sondern ihr soziales Umfeld. Menschen sollen dort wohnen, wo sie arbeiten, die Kinder zur Schule gehen.

Wenn Sie Königin von Zürich wären, was würden Sie als erstes zu Gunsten des Standorts Zürich entscheiden?

Der Standort Zürich ist schon sehr gut. Doch ich würde alle notwendigen Massnahmen ergreifen, die zeigen, dass städtisches Leben zukunftstauglich sein kann. 100 Prozent erneuerbare Energien, 100 Prozent Kreislaufwirtschaft, kein Foodwaste, ökologisches Bauen. Dazu gehört, dass Start-ups und Firmen fachlich und finanziell unterstützt werden, die das Pariser Klimaabkommen ernst nehmen und damit das Überleben der Menschheit als prioritäres Ziel haben.

Wie finden Sie Ausgleich zu Beruf und Politik?

Ich gehe fast jede Woche ins Kino. Auch weil ich mir eine Stadt ohne Kino nicht vorstellen kann. Regelmässig nehme ich mir Auszeiten und besuche eine Yoga-Retraite oder ein Meditations- und Schweigeseminar. Sehr gerne laufe ich am See entlang, durch den Sihlwald, aber auch durch die Stadt, und ich geniesse das Treiben auf dem Sechseläuten-Platz oder dem Röschibachplatz und treffe Freundinnen und Freunde, die aus ihrem Leben erzählen.

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