Geopolitik und Regulierung bremsen Zürcher Unternehmen

Zürcher Unternehmen stehen weiterhin unter Druck: Die unsichere geopolitische Lage führt zu vorsichtigen Investitions- und Personalentscheiden. Mit Anpassungen in den Lieferketten oder durch Rückgriffe auf Lagerbestände konnten sie die grössten Preisschocks abfedern. Neben der Geopolitik nennen die Unternehmen die regulatorische Belastung als zentrale Herausforderung.

Die Geschäftslage der Zürcher Unternehmen hat sich in den letzten Monaten weiter leicht verschlechtert. Das zeigen aktuelle Umfragen der Zürcher Kantonalbank, economiesuisse und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften – letztere in Partnerschaft mit der Zürcher Handelskammer. Trotzdem zeigt sich die Geschäftslage über alle Branchen hinweg besser, als das die Unternehmen selbst vor einigen Monaten erwartet hatten.

Starker Franken und schwache Nachfrage belasten Unternehmen

Die Lage rund um die Strasse von Hormus hat die Unsicherheit an den globalen Märkten erhöht. Höhere Energie- und Transportkosten belasten die Aussichten zusätzlich. Der starke Franken und die schwache Nachfrage treffen vor allem die Zürcher Industrie sowie den Gross- und Detailhandel. Binnenmarktorientierte Sektoren sind weniger betroffen, wie Analysen der Zürcher Handelskammer zeigen. Weil die Lage rund um die Strasse von Hormus bis auf Weiteres unsicher bleibt, blicken Zürcher Unternehmen weiterhin verhalten in die Zukunft.

Geopolitik, Regulierung und KI beschäftigen Zürcher Unternehmen am meisten

Anmerkung: Anteil befragter Unternehmen, die die aufgeführten Themen als Chance oder Herausforderung bewerten bzw. sich dabei Unterstützung durch die ZHK wünschen. Mehrfachnennungen möglich.
Quelle: Umfrage economiesuisse und ZHK; eigene Darstellung

Unternehmen setzen auf Risikominimierung

Die befragten Unternehmen verzichten bis auf Weiteres weitgehend auf Investitionen und stellen kaum zusätzliches Personal ein. Gleichzeitig konnten viele ihre Lieferketten diversifizieren und greifen auf bestehende Lagerbestände zurück, statt neue Vorprodukte zu höheren Preisen einzukaufen. Damit konnten viele Unternehmen die Belastung begrenzen und ihre Margen weitgehend stabil halten. Rund ein Drittel der Unternehmen will zudem ihre Abhängigkeit von einzelnen Absatzmärkten reduzieren.

KI und Digitalisierung: Chancen und Hemmnisse

Neben den Risiken erkennen Zürcher Unternehmen auch Chancen in neuen Märkten und Geschäftsmodellen sowie in den Bereichen Digitalisierung und KI. Entsprechend fliessen viele der derzeit noch getätigten Investitionen in diese Bereiche. Hier identifizieren sie aber auch gewichtige Herausforderungen in Bezug auf die Cybersicherheit und Innovationsfähigkeit.

Wie die obenstehende Grafik zeigt, sehen sich Zürcher Unternehmen trotz Geopolitik in erster Linie durch Regulierung ausgebremst. Das neue Standortförderungs- und Unternehmensentlastungsgesetz, das der Regierungsrat per 1. Juli 2026 in Kraft setzt, soll diesbezüglich Abhilfe schaffen. Die Zürcher Handelskammer wird diese Entwicklungen eng verfolgen und sich weiterhin für eine praxistaugliche, schlanke Regulierung einsetzen.

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