Am 14. Juni hat die Zürcher Stimmbevölkerung die beiden linken Wohn-Initiativen mit 57 Prozent (Wohnschutz-Initiative) beziehungsweise knapp 60 Prozent (Wohnungsinitiative) deutlich verworfen. Ein klares Zeichen gegen zusätzliche Eingriffe in den Wohnungsmarkt.
Gleichzeitig forderten die Zürcherinnen und Zürcher mit dem doppelten Ja zu den Gegenvorschlägen einen pragmatischen Mieterschutz beziehungsweise bessere Rahmenbedingungen und schnellere Bewilligungsverfahren.
Grundlage dieses Abstimmungserfolgs war eine wirkungsvolle Kampagne, getragen von einer breiten Allianz aus Politik, Verbänden, Wirtschaft und Bevölkerung.
Mit der Wohnraum-Tour war die Allianz gegen die linken Wohn-Initiativen im ganzen Kanton unterwegs. Sie hat Veranstaltungen und Podien organisiert, Informationsmaterial verbreitet, Medienarbeit geleistet, Inserate und Werbeanzeigen geschaltet, Plakatwerbung angebracht sowie den Dialog mit der Bevölkerung gesucht. Mit der «Wohnziitig Züri» hat die Allianz gegen die linken Wohn-Initiativen zudem alle Haushalte im Kanton mehrmals persönlich erreicht.
Fakten statt ideologische Schlagworte
Die «Wohnziitig Züri» leistete mit Studien, Analysen und konkreten Beispielen aus anderen Kantonen einen wichtigen Beitrag für eine fundierte Meinungsbildung. Statt auf Schlagworte oder ideologische Zuspitzungen setzten die Versände in alle Haushalte auf nachvollziehbare Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse. Sie machte die Auswirkungen der vorgeschlagenen Regulierungen greifbar und verständlich.
Die erste Ausgabe legte den Fokus auf eine Publikation des Swiss Real Estate Institutes, einer Stiftung der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich und des Schweizerischen Verbands der Immobilienwirtschaft (SVIT). Diese zeigte auf, dass die Zahl der Baugesuche für Wohnungen in Basel-Stadt nach der Einführung strenger Wohnschutzbestimmungen um 76 Prozent regelrecht einbrach.
Die zweite Ausgabe richtete den Blick in die Westschweiz. Eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz untersuchte anhand von Daten aus den Jahren 1994 bis 2022 die Auswirkungen der strengen Genfer Wohnschutzregulierungen auf Neubau und Renovationstätigkeit. Das Ergebnis war deutlich: Die Regulierung verfehlt ihr Ziel. Statt das Angebot zu sichern, verknappt sie es – und treibt die Angebotsmieten in die Höhe.
Die dritte Ausgabe stellte den pragmatischen Gegenvorschlag zur Wohnschutz-Initiative ins Zentrum. Dieser reduziert Leerkündigungen und gestaltet unvermeidbare Kündigungen sozialverträglicher aus. Er schafft Transparenz, bietet Unterstützung und sorgt für klare Regeln, während der Anreiz für Investitionen, Ersatzneubauten und neuen Wohnraum erhalten bleibt.
Die vierte Ausgabe griff eine neue Studie des Forschungsinstituts Sotomo im Auftrag von Fürschi Züri auf. Die Analyse von Individualdaten aus dem Bevölkerungsregister (STATPOP) und dem Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigt, dass strenge Vorschriften die Probleme auf dem Wohnungsmarkt verschärfen. Anstatt die angespannte Situation zu entlasten, verschärfen Regulierungen wie ein Wohnschutz die Lage weiter.
Das Abstimmungsresultat zeigt: Die Zürcher Bevölkerung will keine ideologisch motivierten Markteingriffe, sondern Lösungen, die tatsächlich mehr Wohnraum schaffen. Der Erfolg der Kampagne bestätigt, dass faktenbasierte Argumente, breite Allianzen und der direkte Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern wirken.
Nun gilt es, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen: mit besseren Rahmenbedingungen für Investitionen, schnelleren Verfahren und einer Wohnpolitik, die Angebot schafft statt verhindert.

