Ronald Alder ist seit 2017 Mitglied des Zürcher Kantonsrats für die GLP und gehört seit 2019 der Finanzkommission an. Er ist ausgebildeter ETH-Umweltnaturwissenschafter und arbeitet als Leiter Public Affairs sowie stellvertretender Geschäftsleiter beim Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK). Zudem ist er in seiner Wohngemeinde im Gemeinderat (Exekutive) zuständig für Gesundheit und Soziales, und Vize-Präsident der Standortförderung Knonaueramt.
Herr Alder, welche Themen liegen Ihnen derzeit in Ihrem Wahlkreis Affoltern besonders am Herzen?
Im Bezirk Affoltern sind wir vom demografischen Wandel besonders betroffen. Viele Hausärztinnen und Hausärzte gehen in den nächsten Jahren in Pension. Sie finden keine Nachfolgerinnen und Nachfolger, weil es die Schweiz verpasst hat, genügend Ärztinnen und Ärzte auszubilden. Für die zunehmend älter werdende Bevölkerung bedeutet dies, dass sie keine Hausärztinnen oder Hausärzte findet. Wir rasseln in eine Unterversorgung hinein. Um dem entgegenzuwirken, haben wir in der Standortförderung Knonaueramt das Forum Gesundheit gegründet, um die integrierte Versorgung voranzutreiben.
Wenn Sie König von Zürich wären, was würden Sie als erstes zugunsten des Standorts Zürich entscheiden?
Die zunehmende Regulierung erstickt jegliche private Initiative und schwächt die Lebensqualität der Zürcher Bevölkerung und den Wirtschaftsstandort Zürich. Auch dies erleben wir exemplarisch im Gesundheitswesen. Die Politik agiert mit Mikroregulierung, macht den Beruf der Gesundheitsfachpersonen mit zunehmenden Auflagen weniger attraktiv, anstatt Anreize für die grossen Hebel zu setzen. Einer davon ist die Digitalisierung. Wir müssten einen Digitalisierungsexpress lancieren, da ist vor allem die nationale Politik gefordert. Als König von Zürich würde ich eine grossangelegte Gesetzes-Entschlackungskur verordnen.
Wie finden Sie Ausgleich zu Beruf und Politik?
Mein Beruf und meine politischen Aktivitäten erfüllen mich mit grosser Freude. Vieles davon betrachte ich als Hobby und damit als Ausgleich. Besonders geniesse ich die Zeit mit meiner Ehefrau, unseren vier Söhnen und deren Familien. Seit gut einem Jahr bin ich Grossvater. Das ist eine ganz neue Dimension der Erlebnisse und Gefühle. Und ermutigt mich umso mehr, mich für eine auf allen Ebenen nachhaltige Politik einzusetzen. Damit auch unsere Enkelinnen und Enkel eine auf positive Art herausfordernde und erfüllende Zukunft haben.

