(CONNECT) Die Londoner Independent Commodity Intelligence Services (ICIS), weltweiter Anbieter unabhängiger Rohstoff-Informationsdienste, führt in seiner soeben veröffentlichten globalen Rangliste der Top 100 Chemie-Distributoren das Oftringer Unternehmen Omya auf Rang 7 und in Europa auf Rang 3, hinter Brenntag aus Essen in Deutschland (weltweit auf Rang 1) und der niederländischen IMCD (Rang 6). Die Rangliste orientiert sich am Umsatz des Jahres 2025. Dieser wird für das von CEO Herlinde Wauteraerts seit 2017 geführte Unternehmen Omya mit 5,1 Milliarden Dollar beziffert.
Den erheblichen Anstieg der Jahresumsätze im Vertriebsgeschäft für 2025 führt Thoralf Gliese, der Chief Commercial Officer von Omya, in einem zweiseitigen Beitrag des ICIS-Fachmagazins „Chemical Business“ vornehmlich auf die interne Umstrukturierung seines Unternehmens zurück. Wie deren Londoner Korrespondent in dieser Sonderausgabe zur Rangliste ausführt, produziert Omya Industriemineralien und verzeichnete gleichzeitig seit 2016 einen Anstieg der Umsätze in seinem Vertriebsgeschäft von 21 auf fast 40 Prozent. Dass das Unternehmen als Hybrid wahrgenommen wurde, war laut Gliese denn auch „einer der Gründe, warum wir sagten: Okay, wir brauchen mehr Transparenz bei unseren Finanzzahlen, denn wir haben nur eine einzige ERP-Vorlage (Enterprise Resource Planning) für alles, was wir tun – vom Bergbau bis zum Vertrieb“.
Daraufhin wurde Omya aufgeteilt, zum einen in einen Bergbau- und Produktionsbereich, und zum anderen wurde alles, was mit Vertrieb zu tun hat, in einem zweigliedrigen Distributionsbereich zusammengefasst: in der Omya Performance Polymer Distribution wird das Polymer-Vertriebsnetz gebündelt und in der Sparte Omya Speciality Materials das globale Vertriebsnetz für Pigmente, Bindemittel und Life-Science-Additive. Beide haben ihren Hauptsitz ebenfalls in Oftringen. Zudem wurde im Februar 2025 die Übernahme der britischen Polymer-Vertriebsfirma Distrupol abgeschlossen.
Bisher, so Gliese metaphorisch, seien alle Eier in einem Korb gelegen. „Jetzt haben wir drei Körbe, die wir einzeln optimieren können. Und das ist, würde ich sagen, auch eine begrenzte Risikominderung unseres Geschäftsmodells. Aber das klare Ziel ist profitables Wachstum.“ Wie es auch in einer Mitteilung des Unternehmens zur Veröffentlichung der ICIS-Rangliste heisst, fühle sich Omya „sowohl organisch als auch durch weitere Übernahmen gut für Wachstum positioniert".
2026 sieht der COO noch als Jahr des Wandels, „und von da an werden wir einfach optimieren“. Bezüglich der Geschäftslage im zweiten Quartal äussert sich Gliese „relativ optimistisch. Beim dritten und vierten Quartal habe ich jedoch mehr Zweifel, je nach der geopolitischen Lage. Deshalb versuchen wir, uns darauf zu konzentrieren, vorbereitet zu sein und bei Bedarf die richtigen Vorsichtsmassnahmen in der Hinterhand zu haben.“ ce/mm

