In einem Interview mit der „NZZ am Sonntag“ gibt sich Credit Suisse-CEO Tidjane Thiam optimistisch, was die Zukunft der Grossbank angeht. Die Credit Suisse werde in den kommenden zwei Jahren Gewinne zwischen 5 und 6 Milliarden Franken erzielen, sagt er dort. Damit käme sie auf eine Kapitalrendite von 11 bis 12 Prozent bis zum Jahr 2020. Diese soll dann weiter gesteigert werden. Im laufenden Jahr werde der Gewinn noch tiefer ausfallen, so Thiam. Der Grund seien die höhere Finanzierungskosten als Spätfolge der Finanzkrise sowie die Beseitigung von Altlasten.
Am Montag nach dem Wochenend-Interview informiert nun die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) über die Ergebnisse ihrer Enforcementverfahren gegen die Credit Suisse. Sie stellt Mängel bei der Geldwäschereibekämpfung fest. Das Fehlverhalten stehe im Zusammenhang mit den mutmasslichen Korruptionsfällen rund um den internationalen Fussballverband FIFA sowie den Ölkonzernen Petrobras und PDVSA. Die FINMA verfügt Massnahmen zur weiteren Verbesserung der Compliance. Eine Geldbusse oder einen Einzug von Gewinnen sieht sie aber nicht vor und schränkt auch die Geschäftstätigkeit der Credit Suisse nicht ein. Die Credit Suisse erkennt die Finma-Schlussfolgerungen in einer Medienmitteilung an und betont, dass die Schaffung einer starken Compliance-Kultur „oberste Priorität“ bei der Bank habe. ssp

