Mit dem Verkauf des Netzwerkgeschäfts verliere ABB keinesfalls seine Seele, antwortet Ulrich Spiesshofer auf eine entsprechende Frage von Peter A. Fischer und Giorgio V. Müller im Interview in der „Neuen Zürcher Zeitung“. „Die Welt ändert sich, wir passen uns an und konzentrieren uns auf Industrie 4.0“, meint Spiesshofer, der den grössten Industriekonzern der Schweiz seit 2013 leitet. Die Seele der ABB liege „in der technologischen Pionierrolle“ des Konzerns. Diese sieht Spiesshofer derzeit „in der Technologieführerschaft für digitale Industrien“.
Bereits heute sei ABB „im Robotergeschäft einmalig aufgestellt“, erläutert der Konzernchef weiter. Die von ABB gelieferten Roboter wüssten bei Lieferung bereits, welche Aufgaben sie beim Kunden ausführen sollen. Bei Problemen wiederum „melden sie sich selber bei unserem Fernwartungszentrum in Indien, und wir reagieren rechtzeitig“.
Der Bereich Robotik bei ABB soll auch in den kommenden Jahren durch weitere Firmenkäufe vergrössert werden. Weitere Investitionsfelder sieht Spiesshofer bei der Elektrifizierung im südlichen Teil der Welt sowie bei der Messtechnik im Bereich Industrieautomation.
Der Ausstieg aus dem Netzwerkgeschäft erlaube es dem Konzern auch, seine Management- und Organisationsstrukturen deutlich zu vereinfachen, erklärt Spiesshofer an anderer Stelle im Interview. Bei seinem Antritt als CEO habe der Konzern acht Regionen mit insgesamt hundert Ländern und jeweils fünf Divisionen gehabt. „Ohne den Infrastrukturbereich können wir die Organisation jetzt auf die verbleibenden Einheiten konzentrieren.“ hs

