Zwei Erklärungsansätze
Die durch die Befragung gewonnenen Erkenntnisse zeigen, wie die Zürcherinnen und Zürcher die hiesige Wirtschaft wahrnehmen. Was sie nicht zeigen, ist weshalb.
Einzelne Antworten legen den Schluss nahe, dass ein besseres Verständnis der Zürcher Wirtschaft sowie wirtschaftspolitischer Zusammenhänge womöglich zu einem anderen Resultat geführt hätte. Die Befragten sind beispielsweise grossmehrheitlich zufrieden mit der Situation, sehen prinzipiell auch die Notwendigkeit attraktiver Rahmenbedingungen für Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb bestehen müssen. Dennoch unterstützen derzeit viele eine Verbesserung dieser Rahmenbedingungen nicht.
Die Befragung zeigt jedoch auch: Der Blick auf die Wirtschaft ist stark von vorhandenen individuellen Werthaltungen geprägt. So dürften wachstums- und globalisierungskritische Stimmen zu lesen sein. Die Zürcherinnen und Zürcher sehen bei der gerechten Verteilung des erwirtschafteten Wohlstands beispielsweise noch Handlungsbedarf.
Auffallend ist hier auch, dass KMU für den wirtschaftlichen Erfolg des Kantons als wichtiger gesehen werden als internationale Grossunternehmen. Dabei steuern gemäss aktuellen Zahlen des Zürcher Statistischen Amts 2,6 % der Unternehmen über 80 % zu den Gewinnsteuern bei. Im Kanton Zug – das hat eine ähnliche Umfrage gezeigt – geniessen Grossunternehmen mehr Rückhalt.
Unser Wohlstand ist keine Selbstverständlichkeit
Für den Standort Zürich ist das mehr als ein Stimmungsbild. Denn die Herausforderungen werden nicht kleiner: Stichworte sind demografischer Wandel und Arbeitskräftemangel, geopolitische Unsicherheiten und Zölle, das Verhältnis zur EU sowie die OECD-Mindestbesteuerung.
Zürich ist heute attraktiv – für Unternehmen und Talente. Doch unser Wohlstand ist keine Selbstverständlichkeit. Gerade in unsicheren Zeiten brauchen wir eine starke und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Unternehmen und die Verbände sind hier gefordert. Sie müssen der Bevölkerung wieder besser vermitteln, weshalb alle von attraktiven Rahmenbedingungen profitieren.