ZHAW entwickelt hitzeresistente Aussenareale für Schulen

Winterthur - Versiegelte Schulhöfe schaffen ein überhitztes Klima. Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) haben im Auftrag des Hochbauamts des Kantons Zürich untersucht, wie sich die Aufenthaltsplätze mit Begrünung und Entsiegelung hitzeresistenter gestalten lassen.

(CONNECT) Hitze auf Schulhöfen ist nicht nur aussergewöhnlichen meteorologischen Bedingungen geschuldet. Versiegelte Pausenplätze und aufgeheizte Gebäude, die sich nachts nicht abkühlen, tragen ebenfalls dazu bei. Im Auftrag des Hochbauamts des Kantons Zürich hat jetzt ein interdisziplinäres Team der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) untersucht, wie Schulen hitzeresistenter gestaltet werden können. Laut einer Mitteilung wurde am Beispiel der Kantonsschulen Rychenberg und Im Lee in Winterthur geprüft, inwieweit mit der Umgestaltung der Aussenareale ein besseres Klima erreichbar wäre.

Dabei wurden diese Räume beider Schulen mit modernen Klimasimulationen analysiert. Es zeigte sich, dass die Südfassaden stark bis extrem wärmebelastet sind. Über den versiegelten Flächen ermittelte man eine gefühlte Temperatur von über 15 Grad Celsius über der gemessenen Lufttemperatur. Schülerinnen und Schüler meiden diese Bereiche. Das Team der ZHAW hat gemeinsam mit der Landscale AG vier Massnahmepakete gegen diese Situation entwickelt: Begrünung auf Dach- und Terrassenflächen, Entsiegelung und bodengebundene Bepflanzung, strukturierte Beschattung von Aufenthaltsbereichen sowie Klimaoptimierungen. Bei Simulationen für den Zeitraum zwischen 2035 bis 2060 zeigte sich, dass eine gefühlte Temperatursenkung um 20 Grad erreichbar wäre. Zusätzlich sollten bis 2035 1200 Quadratmeter und bis 2060 insgesamt 3300 Quadratmeter neue Aufenthaltsfläche entstehen. Die Priorisierung der Studie liegt auf der Entsiegelung der vorhandenen Flächen.

„Massnahmen, die Schatten, Kühlung und Aufenthaltsqualität gleichzeitig erhöhen, haben den grössten Einfluss auf das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler sowie auf die Nutzbarkeit der Aussenräume für den Unterricht und während Pausen“, wird Anke Domschky, Projektleiterin und Dozentin am Institut Urban Landscape der ZHAW, in der Mitteilung zitiert.

Bei der Kantonsschule Im Lee untersuchte das Team den thermischen Komfort im Innern. Es wurden Fassadenmassnahmen an der Südseite, automatisierte Nachtlüftung und im weiteren Prozess das Verwenden von Hybridsystemen empfohlen. Die Umsetzung der Pläne werden an der Kantonsschule Rychenberg mit der laufenden Instandsetzung bei einem Investitionsvolumen von 3 Millionen Franken realisiert. Die Studie baut auf einer Konzeptstudie von Krebs und Herde Landschaftsarchitekten auf und entstand in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekturbüro Landscale. ce/ww

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