Schweizer Forschung trägt zu Phagen-Studie der EU bei

Zürich/Bern/Genf - Ein internationales Konsortium unter federführender Beteiligung des Zürcher Universitätsklinikums Balgrist hat ein fünfjähriges Projekt zur Erforschung der Phagentherapie gestartet. Die EU fördert es mit 15 Millionen Euro. Das Swiss Institute of Bioinformatics sowie die Universitäten Zürich und Bern sind auch beteiligt.

(CONNECT) Das von der Universitätsmedizin Frankfurt geleitete und auf fünf Jahre angelegte Forschungsprojekt REPhRAME erhält 15 Millionen Euro aus dem europäischen Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe. Laut ihrer Mitteilung ist die Universitätsklinik Balgrist daran federführend beteiligt. Zu dem internationalen Konsortium zählen auch drei weitere Einrichtungen aus der Schweiz: das dezentral organisierte Swiss Institute of Bioinformatics sowie die Universitäten Bern und Zürich. Insgesamt vereint das Konsortium 16 Partner aus Wissenschaft, klinischer Forschung und Industrie aus acht europäischen Ländern.

REPhRAME soll der zunehmenden Antibiotikaresistenz bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen beikommen. Im Rahmen einer randomisierten klinischen Studie wird erstmals die Kombination aus Phagentherapie und Wiederherstellung des Mikrobioms im Darm untersucht. Zunächst sollen Phagen – Viren, die gezielt Bakterien abtöten – gegen die häufigsten Auslöser von Harnwegsinfektionen, nämlich bestimmte Stämme des Darmbakteriums Escherichio coli, vorgehen und dabei die Entstehung neuer Resistenzen erschweren.

Im zweiten Schritt soll das Darmmikrobiom wiederhergestellt werden. Dafür wird INTESTIFIX 001 verwendet, ein derzeit in mehreren klinischen Studien getestetes Produkt der Cologne Microbiota Bank der Universität zu Köln. Dabei werden Stuhlbakterien von gesunden Spenderinnen und Spendern übertragen, um das natürliche Gleichgewicht im Darm zu reaktivieren.

Die Neuro-Urologie der Universitätsklinik Balgrist zählt zu den führenden Einrichtungen für Diagnostik und Behandlung von neuro-urologischen Erkrankungen. REPhRAME baut auf deren Forschungsarbeiten auf und entwickelt sie konsequent weiter. „REPhRAME markiert einen wichtigen Meilenstein für die klinische Phagenforschung in Europa“, wird Dr. Shawna McCallin zitiert, die dort Co-Leiterin der Phage Therapy & Research-Gruppe ist. „Diese einzigartige Chance bringt uns einen entscheidenden Schritt näher an eine evidenzbasierte Anwendung der Phagentherapie in der klinischen Praxis.“ ce/mm

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