Nach dem Nein: Zürich muss mehr Wohnraum ermöglichen

Der Abstimmungssonntag vom 14. Juni hat im Kanton Zürich klare wohnpolitische Entscheide gebracht. Die Zürcher Stimmberechtigten lehnten die Wohnschutz-Initiative mit 57,3 Prozent Nein ab. Auch die Wohnungsinitiative scheiterte deutlich, mit 59,7 Prozent Nein. Gleichzeitig wurden die beiden Gegenvorschläge angenommen.

Für die Zürcher Handelskammer ist dieses Resultat erfreulich. Die Stimmberechtigten haben weitgehenden staatlichen Eingriffen in den Wohnungsmarkt eine Absage erteilt. Sie haben sich nicht für Mietzinsdeckel, neue Bewilligungspflichten und eine kantonale Wohnbaugesellschaft entschieden, sondern für einen pragmatischeren Weg: mehr Schutz bei einschneidenden Kündigungen, bessere Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau und den Auftrag, Planungs- und Bewilligungsverfahren zu vereinfachen. 

Kantonale Volksinitiative «Bezahlbare Wohnungen schützen. Leerkündigungen stoppen (Wohnschutz-Initiative)»

Damit ist die wohnpolitische Debatte allerdings nicht beendet. Die Wohnungsknappheit bleibt eine der grossen Herausforderungen des Kantons Zürich. Sie betrifft nicht nur Mieterinnen und Mieter, Familien und junge Menschen auf Wohnungssuche. Sie betrifft auch die Unternehmen. Wer Arbeitskräfte gewinnen und halten will, ist auf ein ausreichendes und preiswertes Wohnraumangebot angewiesen. Wohnen ist deshalb längst auch ein Standortfaktor. 

Kantonale Volksinitiative für mehr günstige und gemeinnützige Wohnungen («Wohnungsinitiative»)

Gerade deshalb wäre es falsch, den Abstimmungssonntag als Schlussstrich zu verstehen. Das Resultat ist vielmehr ein Auftrag. Der Kanton Zürich braucht mehr Wohnraum, schnellere Verfahren, weniger bürokratische Hürden und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen. Nötig ist eine Politik, die das Bauen ermöglicht, statt es zusätzlich zu erschweren. Wohnraum, auch preiswerter, entsteht nicht durch immer neue Regulierung allein, sondern vor allem dort, wo zusätzlicher Wohnraum realisiert werden kann. Die Zürcher Handelskammer wird sich weiterhin für konstruktive Lösungen einsetzen. Die Plattform «Fürschi Züri» führt die Diskussion weiter – faktenbasiert, lösungsorientiert und mit Blick auf einen attraktiven Wirtschafts- und Lebensraum Zürich.

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