(CONNECT) Wettingen ist in der aktuellen Sondierungsphase einer der favorisierten Standorte der Hitachi Energy AG. Um der in Zürich ansässigen Schweizer Tochter des international tätigen japanischen Industriekonzerns die Entscheidung pro Wettingen zu ermöglichen, hat der Regierungsrat jetzt dem Grossen Rat beantragt, den Richtplan im Wettinger Gebiet Tägerhardächer entsprechend anzupassen. Mit der Ansiedlung des Hitachi-Campus in Wettingen „könnten im Aargau 1000 bestehende Arbeitsplätze gesichert und bis zu 2000 neue Arbeitsplätze angesiedelt, die Wirtschaft des Limmattals gestärkt und die regionale Infrastruktur weiterentwickelt werden“, heisst es in einer Mitteilung des Kantons.
Am Anhörungs- und Mitwirkungsverfahren, das am 27. März 2026 endete, sei die wirtschaftliche Bedeutung grossmehrheitlich anerkannt worden, so der Kanton. Kritik wurde jedoch wegen des umzuwidmenden wertvollen landwirtschaftlichen Bodens geäussert. Auch die Beeinträchtigung des Siedlungstrenngürtels und der Landschaftsspange Sulperg-Rüsler sowie Bedenken wegen des zusätzlichen Verkehrs kamen zur Sprache.
Nach Prüfung der Einwände sei der Kanton jedoch zu dem Schluss gekommen, dass „ein überwiegendes Interesse“ an der geplanten Ansiedlung herrsche und es raumbezogene Konflikte nicht gebe. Auch der Regionalplanungsverband und die Standortgemeinde beurteilen das Projekt positiv. Die Interessen und Vorbehalte der Nachbargemeinden würden in der weiteren Bearbeitung berücksichtigt.
Die Entscheidung von Hitachi Energy steht noch aus. Sollte sich das Unternehmen gegen Wettingen entscheiden, wären alle Überlegungen und Planungen hinfällig. ce/mm

