Internationale Grossunternehmen sind zentral für die Zürcher Wirtschaft

Internationale Grossunternehmen stehen oft in der Kritik. Eine neue Studie zeigt: Sie sind zentral für unsere Wettbewerbsfähigkeit, unseren Wohlstand und damit unsere hohe Lebensqualität.

Internationale Grossunternehmen gehören zu den profitabelsten, innovativsten und produktivsten Unternehmen. Sie sind für eine Region in verschiedener Hinsicht wertvoll: Sie zahlen überdurchschnittlich hohe Löhne, erwirtschaften einen erheblichen Anteil der regionalen Wertschöpfung und investieren viel in Forschung und Entwicklung. Durch die enge Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft stärken sie zudem auch deren Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und den Zugang zu internationalen Märkten.

Doch die jüngste Bevölkerungsbefragung der Zürcher Handelskammer und des kantonalen Amts für Wirtschaft (AWI) zeigt: Fast die Hälfte der Zürcherinnen und Zürcher sind der Meinung, die Zürcher Wirtschaft wäre auch ohne sie erfolgreich. Sind in Zürich also effektiv nur die KMU das viel zitierte «Rückgrat der Wirtschaft»? Das versucht eine neue Studie des AWI erstmals zu quantifizieren.

Bedeutende Arbeitgeber und Steuerzahler

Die Daten zeigen: Die rund 600 Grossunternehmen – weniger als 1 Prozent aller Unternehmen – schaffen 39 Prozent der Stellen (VZÄ) im Kanton und tragen 42 Prozent zur kantonalen Wertschöpfung bei. Grossunternehmen weisen auch die höchste Arbeitsproduktivität aus.

Wenige mittlere und grosse Unternehmen schaffen den grössten Teil der Arbeitsplätze und der Wertschöpfung im Kanton Zürich (2023)

Sie stemmen zudem mehr als die Hälfte der kantonalen Gewinnsteuererträge. Schweizweit bezahlen die grössten 0,5 Prozent der Unternehmen gar 75 Prozent der Gewinnsteuererträge. Kleinere Unternehmen weisen dank Abzugsmöglichkeiten oft gar keinen steuerbaren Gewinn aus.

Gemäss Schätzung zahlen grosse Unternehmen rund die Hälfte der Gewinnsteuern im Kanton Zürich (2023)

Zentrale Auftraggeber, Kunden und Innovationspartner

Daneben nehmen Grossunternehmen auch eine zentrale Rolle im Ökosystem der Zürcher Wirtschaft ein. Zürcher Unternehmen erzielen fast zwei Drittel ihres Umsatzes im Geschäft mit anderen Unternehmen (B2B). Grossunternehmen sind dabei oft Erbringer fundamentaler und systemkritischer Infrastruktur für kleinere Betriebe. Zudem beziehen sie diverse Vorleistungen von kleineren Betrieben.

Swiss Re etwa unterhält knapp 1’000 Zulieferbeziehungen, davon über die Hälfte mit Zürcher Unternehmen. Swiss Re bezieht jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von über einer halben Milliarde Franken. Drei Viertel davon entfallen auf Zürcher Unternehmen.
Grossunternehmen sind auch für den Forschungs- und Innovationsstandort Zürich zentral. Google arbeitet in vielen Bereichen eng mit der ETH Zürich zusammen und leistet einen wesentlichen Beitrag zur dynamischen Startup-Szene in Zürich. KMU gehen deutlich weniger Forschungskooperationen ein.

Die Studie zeigt: Das Bild in der Zürcher Bevölkerung zur wirtschaftlichen Relevanz internationaler Grossunternehmen ist stark verzerrt. Faktisch sind sie zentral für unsere Prosperität. Wollen wir diese auch in Zukunft erhalten und wettbewerbsfähig bleiben, müssen wir – neben den KMU – auch ihnen wieder mehr Sorge tragen.

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