Am 4. April 2027 entscheidet sich, welchen wirtschaftspolitischen Kurs der Kanton Zürich einschlägt. Die Ausgangslage zu den Regierungsratswahlen ist geklärt: Mit Regierungsrätin Natalie Rickli und Nationalrat Martin Hübscher für die SVP, Nationalrat Andri Silberschmidt und Kantonsrat Martin Huber für die FDP sowie Nationalrat Philipp Kutter für Die Mitte treten fünf bürgerliche Persönlichkeiten an.
Entscheidend ist, dass sie sich gegenseitig unterstützen und als gemeinsame Kraft wahrgenommen werden. Übergeordnet geht es darum, eine verlässliche Mehrheit zu gewinnen für einen Kanton, der seine wirtschaftliche Stärke sichert.
Der Handlungsbedarf ist beträchtlich. Besonders augenfällig ist er bei den Unternehmenssteuern. Zürich weist im interkantonalen Vergleich die höchste ordentliche Gewinnsteuerbelastung auf. Das kann nicht der Anspruch des Wirtschaftsmotors der Schweiz sein. Der Gewinnsteuersatz muss deshalb schrittweise von 7 auf 5 Prozent gesenkt werden. Dazu braucht es Mehrheiten im Kantonsrat und im Regierungsrat.
Standortpolitik reicht jedoch weiter. Unternehmen brauchen weniger Bürokratie, einfache digitale Verfahren und eine Verwaltung, die sich als Ermöglicherin versteht. «Netto-Null-Bürokratie» muss zum verbindlichen Ziel werden: Neue administrative Pflichten sind nur vertretbar, wenn gleichwertige Belastungen entfallen. Auch das Wachstum der Verwaltung ist zu begrenzen. Sie soll nicht stärker wachsen als die Bevölkerung. Ebenso dringlich sind mehr Wohnraum, kürzere Bewilligungsverfahren und eine leistungsfähige Infrastruktur. Der Gegenvorschlag zur Wohnungsinitiative ist rasch umzusetzen. Engpässe auf Schiene und Strasse müssen beseitigt, der Flughafen Zürich und seine Direktverbindungen gesichert werden. Qualitativ hochstehende Bildung, eine verlässliche Energieversorgung und bessere Bedingungen für Innovation gehören ebenfalls auf die Traktandenliste.
Entscheidend ist, dass sich SVP, FDP und Die Mitte im Regierungsratswahlkampf gegenseitig unterstützen. Damit ist auch die Erwartung verbunden, dass sie den Standort im genannten Sinne weiterentwickeln. Daran werden sich Parteien und Kandidierende messen lassen müssen – während der Legislatur und an ihrem Ende. Die Zürcher Wirtschaft erwartet Geschlossenheit, Verbindlichkeit und konkrete Reformen.
Die bürgerliche Mehrheit ist kein Selbstzweck. Sie erhält ihre Berechtigung durch Resultate. Die fünf Kandidierenden haben die Chance, gemeinsam für einen starken, wettbewerbsfähigen und freiheitlichen Kanton Zürich einzustehen. Nutzen sie diese Chance, profitiert der Kanton.

