Einnahmen aus OECD-Mindeststeuer bleibt unter den Erwartungen

Zürich - Eine Deloitte-Studie hat die Auswirkungen der OECD-Mindeststeuer auf die Top50 Schweizer Konzerne für das Jahr 2025 analysiert. Zentrale Erkenntnis ist, dass die Ergänzungssteuern der Konzerne zwar anwachsen, die Einnahmen aber deutlich unter den Erwartungen bleiben. Die Studie argumentiert für eine neue Unternehmenssteuerreform.

(CONNECT) Die Studie OECD Minimum Tax Impact Analysis 2026 von Deloitte Schweiz hat die Auswirkungen der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)-Mindeststeuer auf die 50 grössten börsenkotierten Schweizer Konzerne für das Geschäftsjahr 2025 analysiert. Laut einer Mitteilung sind die Ergänzungssteuern der Top 50-Konzerne im Geschäftsjahr 2025 von 243,2 Millionen auf 563,8 Millionen Franken angewachsen. Dieser Zuwachs liegt allerdings deutlich unter den Erwartungen des Bundesrats, der sich Mehreinnahmen von 1,5 bis 3,5 Milliarden Franken erhofft habe.

Aufgrund vergleichsweise tiefer Steuereinnahmen und hoher Compliance-Kosten für Unternehmen zeichnet sich laut Studie ein zentrales Problem ab. Rund 70 Prozent der betroffenen Konzerne gehen von jährlichen Compliance-Kosten von über 0,5 Millionen Dollar aus, 25 Prozent sogar von über 1 Millionen. Gleichzeitig sind Steuerbehörden mit steigenden Verwaltungs- und Personalkosten konfrontiert, um die Steuerverpflichtungen durchzusetzen. Dadurch stehe der Nutzen der Ergänzungssteuern in ihrer jetzigen Fassung in einem Missverhältnis zu den erzielten Einnahmen, erklärt Thomas Hug, Partner Tax & Legal bei Deloitte Schweiz.

Deloitte und Hug halten daher umgehende Schritte für notwendig, etwa im Rahmen einer Unternehmenssteuerreform IV: „Die geplante  Überführung der Verordnung zur Mindestbesteuerung in ein Bundesgesetz könnte die Basis für eine Unternehmenssteuerreform IV schaffen", wird Hug zitiert. „Ohne Reform wird die Schweiz schleichend an Attraktivität verlieren – nicht durch Massenabwanderungen, sondern dadurch, dass neue Stellen zunehmend im Ausland angesiedelt werden und sich auch Investitionen verlagern." Die OECD Minimum Tax Impact Analysis 2026 basiert auf einer Auswertung der publizierten Geschäftsberichte mit Vorschriften zur OECD-Mindeststeuer. ce/ja

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