Selma L’Orange Seigo ist seit 2019 Zürcher Kantonsrätin der Grünen und Mitglied der Finanzkommission. Sie ist ETH-Sozial- und Umweltpsychologin und ist als Leiterin Politik und Recht beim WWF Zürich tätig. Ausserdem ist L’Orange Seigo in ihrer Partei als Präsidentin der Kantonalpartei sowie als Vorstandsmitglied der Kreispartei aktiv.
Frau L’Orange Seigo, welche Themen liegen Ihnen derzeit in Ihrem Wahlkreis Stadt Zürich 11 + 12 (Zürich Nord) besonders am Herzen?
Zürich Nord gehört zu den am stärksten wachsenden Stadtteilen. Mir ist es wichtig, dass dieses Wachstum sozial- und umweltverträglich geschieht. Die Mieten steigen auch bei uns immer weiter an, viele Menschen werden aus ihrem Quartier verdrängt. Besonders in Schwamendingen geht immer mehr günstiger Wohnraum verloren. Zudem braucht ein lebendiges Quartier nicht nur Wohnraum, sondern auch Cafés, Geschäfte und anderes lokales Gewerbe. Ein ausgewogener Mix liegt mir am Herzen.
Wenn Sie Königin von Zürich wären, was würden Sie als Erstes zugunsten des Standorts Zürich entscheiden?
Natürlich würde ich die Demokratie wiederherstellen. Aber wenn mir eine gute Fee eine politische Sofort-Mehrheit beschaffen könnte, würde ich eine ambitionierte Umsetzung der Klimastrategie wählen. So investieren wir in unsere Zukunft und sparen langfristig – weiter wie bisher kommt am Ende teurer. Auch die Bedeutung von Klimaanpassung nimmt zu. Eine klimaresiliente Wirtschaft und Energieversorgung werden in Zukunft wichtige Standortvorteile sein.
Wie finden Sie Ausgleich zu Beruf und Politik?
Zeit zum Ausgleich ist tatsächlich rar. Einmal die Woche gehe ich reiten, zudem spielt unsere Familie gerne Gesellschaftsspiele. Die Kinder sind inzwischen alt genug für Strategiespiele, was Spass macht.

