Renata Grünenfelder ist seit 2023 Zürcher Kantonsrätin für die SP und ist Mitglied der Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit. Gesundheitsthemen liegen Grünenfelder: Sie arbeitet als Expertin für Notfallpflege im Universitätsspital Zürich und engagiert sich als Co-Präsidentin der Gesundheitskommission innerhalb ihrer Partei.
Frau Grünenfelder, welche Themen liegen Ihnen derzeit in Ihrem Wahlkreis Stadt Zürich 6+10 (Ober-/Unterstrass und Wipkingen/Höngg) besonders am Herzen?
Die Kreise 6 und 10 sind typische Wohnquartiere mit einem vielfältigen Gewerbe und einer gut durchmischten Bevölkerung – und genau das soll erhalten bleiben. Mir ist wichtig, dass Menschen mit tieferen Einkommen, Familien und ältere Menschen nicht durch steigende Mieten aus ihren Quartieren verdrängt werden. Gleichzeitig braucht es eine Gesundheitsversorgung, die der demografischen Entwicklung und den Bedürfnissen einer älter werdenden Bevölkerung Rechnung trägt. Auch beim Verkehr müssen wir darauf achten, dass die Mobilität funktioniert, ohne die Lebensqualität in den Quartieren zu beeinträchtigen. Mein Ziel ist ein lebenswertes Zürich, in dem Wohnen, Arbeiten, Familie und ein gutes Miteinander auch in Zukunft ihren Platz haben.
Wenn Sie Königin von Zürich wären, was würden Sie als Erstes zugunsten des Standorts Zürich entscheiden?
Königin von Zürich möchte ich gar nicht sein – ich habe grosses Vertrauen darin, dass demokratisch legitimierte Entscheidungen die besten sind. Im Kantonsrat setze ich mich dafür ein, dass Zürich auch künftig ein attraktiver Standort für Unternehmen, Fachkräfte und Familien bleibt. Dafür braucht es genügend bezahlbaren Wohnraum, eine leistungsfähige Infrastruktur, gute Schulen und eine zukunftweisende Gesundheitsversorgung, die mit der Entwicklung der Stadt Schritt hält. Wirtschaftliche Dynamik und hohe Lebensqualität dürfen dabei kein Widerspruch sein, sondern müssen zusammengedacht werden. Mein Zürich soll ein Ort bleiben, an dem Menschen gerne leben, arbeiten und Unternehmen gerne investieren.
Wie finden Sie Ausgleich zu Beruf und Politik?
Den besten Ausgleich finde ich in den Bergen – am liebsten gemeinsam mit meiner Familie oder Freunden und natürlich mit meinem Hund. Für mich gehört die Natur einfach zum Leben: im Sommer bei Bergtouren, im Winter auf den Skiern. Diese Zeit draussen hilft mir, abzuschalten, den Kopf frei zu bekommen und neue Energie zu tanken. Gerade der Austausch mit Familie und Freunden fernab von Beruf und Politik ist für mich besonders wertvoll. Danach kehre ich mit neuer Energie und oft auch mit frischen Ideen zurück.

