Davide Loss ist seit 2011 Mitglied des Zürcher Kantonsrats. Der Rechtsanwalt vertritt die SP im Wahlkreis Horgen und präsidiert die Justizkommission. Auf Gemeindeebene ist er 1. Vizepräsident des Gemeinderats Thalwil. Zudem gehört er dem Vorstand von Caritas Zürich, der Rekurskommission der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich und dem Stiftungsrat des Ferienheims Thalwil zum Hirschen in Schwellbrunn an.
Herr Loss, welche Themen liegen Ihnen derzeit in Ihrem Wahlkreis Horgen besonders am Herzen?
Mir ist wichtig, dass der Bezirk Horgen ein attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum bleibt. Dazu gehören eine gute Verkehrsinfrastruktur und ein verlässlicher öffentlicher Verkehr, aber auch genügend bezahlbarer Wohnraum. Ebenso wichtig sind starke Gemeinden. Die Lebensqualität im Kanton Zürich entsteht nicht nur in der Stadt, sondern ganz wesentlich auch in den Gemeinden. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass der Kanton die Gemeinden unterstützt und ihnen gleichzeitig genügend Handlungsspielraum lässt.
Wenn Sie König von Zürich wären, was würden Sie als Erstes zugunsten des Standorts Zürich entscheiden?
Ich würde dafür sorgen, dass Zürich wieder mehr wagt. Wir haben einen starken Wirtschaftsstandort, ausgezeichnete Hochschulen, eine hohe Lebensqualität und eine grosse kulturelle Vielfalt. Das brauchen wir. Meine erste Entscheidung wäre deshalb ein grosser «Zürich-Pakt» für mehr Wohnraum, gute Infrastruktur und Innovation. Und als König würde ich selbstverständlich auch die Monarchie sofort wieder abschaffen. So viel Macht sollte man schliesslich niemandem geben – auch einem Zürcher Kantonsrat nicht.
Wie finden Sie Ausgleich zu Beruf und Politik?
Ganz ehrlich: Der Ausgleich kommt bei mir vor allem durch die Menschen, die nichts mit Politik zu tun haben. Ich verbringe gerne Zeit mit Familie und Freunden, gehe essen, geniesse Kultur und bin gerne unterwegs und reise in fremde Länder. Gerade als Politiker ist es wichtig, nicht permanent in der eigenen politischen Blase zu leben. Man sollte wissen, was die Menschen im Alltag beschäftigt. Insbesondere auf Reisen im Ausland wird mir immer wieder bewusst, wie privilegiert wir in der Schweiz sind.

