Die Uferinitiative ist teuer, schädlich und extrem

Am 3. März 2024 entscheidet das Zürcher Stimmvolk über die Uferinitiative. Nach Ansicht der Zürcher Handelskammer stünden die zur Realisierung des Uferwegs notwendigen Enteignungen in keinem Verhältnis zum gewonnenen Nutzen. Die Initiative würde zu-dem exorbitante Kosten verursachen und der Natur schaden.

Rund die Hälfte des Uferwegs am Zürichsee (26 Kilometer) ist gebaut. Auf 12.4 Kilometern verläuft der Uferweg auf dem Trottoir entlang der Seestrasse. Auf nur 12.6 Kilometern bestehen Lücken. Für deren Schliessung rechnet der Regierungsrat mit Kosten von einer halben Milliarde Franken. Das wären rund 40 Millionen Franken pro Wegkilometer – negativer Weltrekord. Die hohen Kosten sind aus Sicht der Zürcher Handelskammer unverhältnismässig. Auch der Regierungsrat und der Kantonsrat lehnen die Initiative ab, die bis 2050 einen durchgehenden Uferweg am Zürichsee fordert.

Enteignungen müssen Ultima Ratio bleiben

Im Strassengesetz ist die Realisierung des Uferwegs am Zürichsee heute bereits vorgesehen. Sechs Millionen Franken stehen jährlich zur Verfügung. Festgehalten ist im Gesetz, dass auf die Natur und die Eigentumsverhältnisse Rücksicht zu nehmen ist. Dieser Punkt soll nun gemäss der Initiative aus der Verfassung gestrichen werden. Das ist eine unschweizerische Missachtung der Rechtsstaatlichkeit und der Eigentumsgarantie. Enteignungen müssen die Ultima Ratio sein und bleiben. Sie sollen nur bei Vorhaben durchgesetzt werden, bei denen das öffentliche Interesse klar überwiegt. Das ist bei zusätzlichen Uferwegabschnitten eindeutig nicht der Fall.

Schädlich wäre die Uferinitiative auch für die Natur. Der Nutzungsdruck ist heute schon sehr gross am Zürichsee. Ein durchgehender Uferweg direkt am Wasser würde Pflanzen und Tiere zusätzlich belasten. Aus den genannten Gründen empfiehlt die Zürcher Handelskammer die Initiative zur Ablehnung.
 

Zurück zur Übersicht