Stiftungen wollen als Stütze der Gesellschaft wahrgenommen werden

Zürich - Stiftungen sind ein wichtiger Faktor des Standortes Zürich. Sie ergänzen Leistungen des Staates und können wichtige Impulse geben. Sie möchten vermehrt als Stütze der Gesellschaft wahrgenommen werden. Das war ein Fazit des 2. Zürcher Stiftungsforums.

(CONNECT) Der Standort Zürich verdankt seine Stärke auch den gemeinnützigen Stiftungen. Das wurde am 2. Zürcher Stiftungsforum deutlich, das am 1. Oktober vom 2025 gegründeten Verein Stiftungsstandort Zürich durchgeführt wurde. Regierungsrat Ernst Stocker bezeichnete die Stiftungen als wichtige Geber von Impulsen und von Risikokapital. Er verwies auch auf das von der Eleonorenstiftung getragene Kinderspital.

Vertretende der Stiftungen stimmten dem Finanzdirektor zu. „Stiftungen sind ein Standortfaktor für Zürich“, sagte etwa Beate Eckhardt, Stiftungsrätin der ZKB Philanthropie Stiftung, im Podiumsgespräch. Dabei sei oft nicht die Menge des Geldes wichtig, sondern die Qualität der Vergabe. Stiftungen seien ergänzend und anschiebend tätig.

Friederike Rass betonte den Freiraum, den Stiftungen dabei geniessen. „Wir sind fast zu vorsichtig, diesen Freiraum zu nutzen“, sagte die ehemalige Gesamtleiterin des Sozialwerks Pfarrer Sieber.

Simon Sommer lobte den Standort. „Die Rahmenbedingungen haben sich im Kanton Zürich verbessert“, sagte der CEO der Jacobs Foundation, eine der grossen Schweizer Stiftungen. Die Verwaltung habe offene Ohren, wenn es etwa um die Akzeptanz von Förderprojekten durch das Steueramt oder die Vergabe von Arbeitsbewilligungen gehe. Sommer wünschte sich aber, dass die Arbeit der Stiftungen stärker wahrgenommen wird. „Ich würde mich freuen, wenn Stiftungen für das wahrgenommen werden, was sie sind, eine Stütze der Gesellschaft.“

Dina Pomeranz ging in ihrem einleitenden Referat auf die Messbarkeit von Stiftungstätigkeit ein. Die assoziierte Professorin vom Zurich Center for Economic Development an der Universität Zürich zeigte auf, wie sich die Methoden der Wirkungsmessung verbessert haben. Dank der Digitalisierung ständen auch mehr Daten zur Verfügung. Sie verwies darauf, dass ihr Zentrum eines der wichtigsten Kompetenzzentren in ihrem Feld weltweit sei. Unter den acht Professoren zählt es mit Esther Duflo und Abhijit Banerjee gleich zwei Nobelpreisträger. Diese Kompetenz stände auch den Zürcher Stiftungen zur Verfügung, so Pomeranz.

François Geinoz ging in seinem Schlusswort nochmals auf die Zusammenarbeit zwischen Staat und Stiftungen ein. Beide hätten ihre Stärken, so der Präsident des Vereins Stiftungsstandort Zürich. „Wenn sie verbunden werden, dann wird die Wirkung nicht nur verdoppelt, sondern multipliziert.“ ce/stk

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