Stadler übernimmt 93 Gelenktriebzüge von Thurbo zum Weiterverkauf nach Ungarn

Bussnang TG/Kreuzlingen/Budapest - Stadler modernisiert 93 GTW-Züge der Regionalbahn Thurbo und verkauft sie an die Ungarischen Staatsbahnen MAV. Die Übernahme der Züge bringt dort Plätze für 14’000 Zugreisende. Die Weiternutzung der Triebzüge ist zudem nachhaltig.

(CONNECT) Insgesamt 93 Triebzüge aus der Gelenktriebwagenflotte (GTW) der Thurbo AG aus Kreuzlingen gehen nach 25 Jahren auf Schweizer Schienen zu den Ungarischen Staatsbahnen (MAV). Hersteller Stadler aus Bussnang modernisiert die Züge gemäss der Umrüstungsanforderungen und Kriterien für die Wiederzulassung in Ungarn. Ungarn erwartet für die kommenden Jahre einen steigenden Bedarf an Rollmaterial, heisst es in einer Mitteilung

Für die Übernahme und Umrüstung ist ein Zeitraum bis 2034 vorgesehen. Die regionale Eisenbahngesellschaft Thurbo AG, ein Unternehmen der SBB mit Beteiligung des Kantons Thurgau, nimmt ab 2026 gesamt 93 GTW-Züge aus dem Verkehr und ersetzt sie durch 107 neue Regionalfahrzeuge vom Typ FLIRT Evo von Stadler. Die Transaktion mit Umbau, Weiterverkauf und Wiederverwertung verlängere die Lebensdauer der modernen Triebzüge, was technisch, wirtschaftlich und nachhaltig besser sei als eine Neuanschaffung. Alle Seiten profitierten von der Lösung, die Vorbildfunktion für weitere ähnliche Initiativen habe, so die Mitteilung. Die MAV erhalte „hochwertige Stadler-Züge“ und schaffe in kurzer Zeit rund 14'000 zusätzliche Sitzplätze. Eine Neuanschaffung von Schienenfahrzeugen hätte mehr Zeit in Anspruch genommen.

Wie Stadler mitteilt, entsprechen die Züge nach der Modernisierung den Anforderungen von mobilitätseingeschränkten Reisenden und haben neueste Technik an Bord. Ausfahrbare Trittbretter am Bahnsteig sichern Ein- und Ausstieg. Reisende profitieren von dynamischer Fahrgastinformation, komfortabler Bestuhlung und grösseren Multifunktionszonen an Bord. Optisch werden die Fahrzeuge neu in den Farben der  MAV foliert und erhalten neue Sitzbezüge. Die Prototypen werden in der Schweiz gebaut, zur  Serienproduktion errichtet Stadler eine Serviceanlage in Ungarn. ce/heg

Zurück zur Übersicht