Proton integriert Apertus in KI-Assistenten Lumo

Plan-les-Ouates GE/Zürich/Lausanne - Proton macht das von ETH und EPFL entwickelte und vollständig offene grosse Sprachmodell Apertus in seinem Künstliche Intelligenz (KI)-Assistenten Lumo zugänglich. Nutzende können in der europäischen Alternative zu ChatGPT Rückmeldungen zur Qualität der Antworten auf ihre Fragen geben.

(CONNECT) Das Entwicklungsteam von Apertus erhält erstmals Rückmeldungen aus der Praxis. So können die Forschenden ihr vollständig offenes Sprachmodell und damit souveräne Künstliche Intelligenz in der Schweiz und in Europa voranbringen. Möglich wird das durch eine Kooperation zwischen dem Apertus-Team und der Proton AG aus Plan-les-Ouates. Das 2014 von Forschenden der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) gegründete Unternehmen hat eine Internet-Alternative geschaffen, in der Privatsphäre Standard ist.

Nun integriert Proton die erst Ende Juli 2026 veröffentlichte Version Apertus 1.5 in seinen KI-Assistenten Lumo. Dort ist Apertus für Dutzende Millionen von Nutzenden als neu als wählbare Option verfügbar. Zudem können sie freiwillig Rückmeldungen zur Qualität der Antwort auf ihre Fragen geben. Dadurch unterstützen sie das Apertus-Team dabei, sein Modell weiterzuentwickeln.

Apertus wurde von Forschenden der Eidgenössischen Hochschulen Zürich (ETH) und Lausanne (EPFL) sowie des Schweizerischen Nationalen Supercomputing-Zentrums (CSCS) in Lugano entwickelt. In einer Welt, die von nordamerikanischen und chinesischen Modellen dominiert wird, soll Apertus zur technologischen Souveränität Europas beitragen.

Proton hat ein Internet geschaffen, in dem Privatsphäre Standard ist. Damit bietet die Firma ebenfalls eine europäische Alternative zu den von den Tech-Giganten aus den USA angebotenen Browser-Lösungen. Protons KI-Assistent Lumo ist Teil dieses vollständig privaten Internets.

Die weltweit führenden KI-Modelle werden täglich von Millionen von Menschen genutzt, wodurch Rückkopplungsschleifen in der realen Welt entstehen, die dazu beitragen, sie zu verbessern. Vollständig offene Modelle wie Apertus, die im akademischen Kontext entwickelt werden, haben nicht im gleichen Umfang Zugang zu Feedback. Das schränkt ihre Wettbewerbsfähigkeit an der technologischen Spitze ein. Mit dieser Partnerschaft könnte sich das nun ändern.

„Feedback aus der realen Nutzung ist die eine Zutat, die offenen Modellen bisher gefehlt hat“, so Imanol Schlag, KI-Forscher am ETH AI Centerund Co-Leiter des Apertus-Projekts. „Für unser vollständig offenes Modell ist das ein echter Wendepunkt.“ Zusätzlich, so Martin Jaggi, Professor an der EPFL und Co-Leiter des Apertus-Projekts, „erhalten wir wertvolle Einblicke, wie sich das Modell im Alltag bewährt“. Das bedeute auch, „dass wir einer breiteren Gemeinschaft die Möglichkeit geben, an der Weiterentwicklung des Modells mitzuwirken“. ce/mm

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