ETH AI Center und GZA würdigen über 100 Frauen aus der Schweizer KI-Branche

Zürich – Das ETH AI Center und die Greater Zurich Area (GZA) haben ihren zweiten „Top 100+“-Bericht vorgelegt. Darin werden mehr als 100 Frauen vorgestellt, die in der Schweiz die Bereiche Künstliche Intelligenz (KI), Data Science und Robotik prägen. Dazu gehören Professorinnen, Unternehmerinnen, Führungskräfte und Wegbereiterinnen des Ökosystems.

(CONNECT) Das ETH AI Center und die Greater Zurich Area (GZA) haben die zweite Ausgabe ihres Berichts „Top 100+ Women in AI, Data and Robotics: Switzerland 2026“ veröffentlicht. Laut einer Mitteilung wurde der Bericht am 23. September im ETH AI Center im Vorfeld des Zürcher KI-Festivals vorgestellt.

Im Vergleich zur ersten Ausgabe des Vorjahres erweitert der Bericht seinen Fokus über Zürich hinaus. Er nimmt neben KI und Datenwissenschaft zudem auch die Robotik als dritten Bereich auf. Erstmals enthält er ausführliche Porträts. Die diesjährige Liste umfasst Forscherinnen und Gründerinnen aus Lausanne, Lugano, Luzern, dem Wallis und der Ostschweiz. Insgesamt nennt der Bericht über hundert Frauen in sechs Kategorien: Wissenschaft, Ökosystem-Entwicklerinnen, Start-ups, Regierung, Industrie und Nichtregierungsorganisationen. 

Zu den vorgestellten Personen gehört Professor Eleni Chatzi von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). Ihre digitalen Echtzeit-Zwillinge verkürzen die Simulationszeit für Windparks von Wochen auf Sekunden. Sie helfen der SBB dabei, die Instandhaltung der Bahnstrecken zu planen, bevor Probleme auftreten.

Naghmeh Ghazaleh entwickelte bei Roche eine Plattform, die auf grossen Sprachmodellen (LLM) basiert. Sie ermöglicht es klinischen Wissenschaftlern, Studiendaten in einfacher Sprache abzufragen. Dadurch verkürzte sich die Antwortzeit der Aufsichtsbehörden um etwa das Siebenfache.

Mireille El Gheche war massgeblich an der Sony-AI-Forschung beteiligt, die hinter einem Tischtennisroboter stand, der es auf das Titelblatt der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature schaffte. Sie ist mittlerweile bei Softbank Robotics täti.

Zeynep Savaseri baute ihre Community HerCode innerhalb eines Jahres auf über 700 Mitglieder aus mehr als neun Ländern aus, ohne dafür Marketingausgaben zu tätigen.

Professorin Yulia Sandamirskaya von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat YuRo mitgegründet, Die Firma will Roboterarme, die sicher auf Menschen reagieren, in Pflegeheime bringen. Mehr als 100 Schweizer Pflegeeinrichtungen haben Interesse bekundet.

Mehrere Porträts befassen sich speziell mit dem Thema Unternehmertum. Sabrina Schenardi, eine ehemalige Radio- und Fernsehjournalistin, trat 2021 als erste kaufmännische Mitarbeiterin dem ETH-Spin-off BLP Digitalbei und gewann innerhalb von elf Monaten hundert zahlende Kunden. Das Unternehmen, das Verwaltungsaufgaben automatisiert, beschäftigt mittlerweile rund 180 Mitarbeiter, ist profitabel gewachsen und expandiert mit Unterstützung von Goldman Sachs nach Boston.

Elena Maran gab ihre Position als Chief AI Risk Officer bei Modulos auf, um Alethesis AI mitzugründen. Die Software des Unternehmens greift zwischen die Entscheidung eines KI-Agenten und dessen Handlung ein und leitet risikoreiche Schritte an einen verantwortlichen Menschen weiter, bevor diese ausgeführt werden.

Samriddhi (Simi) Singh gründete im Alter von 13 Jahren die gemeinnützige Organisation Girls Can Code. Mit 19 Jahren hat sie die ETH verlassen, um ein von Y Combinator unterstütztes Unternehmen aufzubauen. Dessen Software zielt darauf ab, Roboter auch für Menschen nutzbar zu machen, die keine Ingenieure sind.

„Was am wichtigsten ist: Dieser Bericht ist kein Ranking. Er ist eine Momentaufnahme“, schreiben die vier Kuratoren im Vorwort, Melanie Gabriel und Daniel Naeff vom ETH AI Center, Daria Mühlethaler von Createq und Christian Lüscher von GZA. Der schwierigste Teil des Prozesses habe darin bestanden, die Liste auf etwas mehr als hundert Namen einzugrenzen. ce/aj

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