(CONNECT) Beim europäischen Forschungsprojekt MEloDIZER suchen insgesamt 18 Forschungs- und Entwicklungspartner nach Lösungen, um Wasserknappheit sowie den Einsatz von schädlichen Chemikalien zu verringern. DeltaMem aus Allschwil spielt als einziger Schweizer Partner mit seiner Erfahrung in der Membrantechnologie eine zentrale Rolle. Ziel des Projekts, das kurz vor seinem Abschluss im Frühjahr 2027 steht: auf nachhaltige Weise Abwasser aufbereiten und aus salzhaltigen Quellen Trinkwasser gewinnen. Das wollen die Fachleute durch eine Membrandestillation mit neuartigen Hochleistungsmembranen und -modulen erreichen, betrieben mithilfe von Abwärme oder Sonnenenergie.
„Die Herausforderung besteht in der Kombination aus Wasserrückgewinnung und Nutzung alternativer Energien“, betont Allesandro Angelini aus dem Forschungs- und Entwicklungsteam von DeltaMem. Dieser Aspekt macht laut Angelini auch das grosse Potenzial der neuen Lösung aus, das sich durch die Integration der Abwärme nicht nur auf trockene Weltregionen beschränkt. In einem Chemieunternehmen in Spanien und in einer griechischen Brauerei werden die neuen Systeme getestet. Dabei sollen Industrieabwasser wiederverwendet, wertvolle Nährstoffe aus Aquakulturen rückgewonnen und eine dezentrale Entsalzung vorangebracht werden. In Spanien wurde bereits der Pilot installiert: eine Membrandestillationsanlage von DeltaMem und ein Wärmepumpensystem vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE im deutschen Freiburg.
Das Schweizer Unternehmen besitzt Erfahrungen aus mehr als 40 Jahren mit seiner PERVAP-Technologie, die auf sogenannter Pervaporation basiert. In dieser Zeit hat diese sich weltweit als energieeffiziente industrielle Technologie für die Rückgewinnung hochreiner Lösungsmittel, von Bioethanol und Feinchemikalien etabliert. Im Rahmen von MEloDIZER überträgt DeltaMem sein Know-how auf die Wasseraufbereitung und integriert erneuerbare Energiequellen. Dadurch entstehen neue Voraussetzungen für den Betrieb, die Integration und die Skalierbarkeit. „Wir haben jahrzehntelange Erfahrung in Prozessdesign und -integration, in der Überführung von Anwendungen vom Labor in die Industrie,“ so Angelini. Und diesen Fokus auf technische Robustheit und Skalierbarkeit brauchen neue Lösungen, um sich durchzusetzen.
DeltaMems MEloDIZER-Teilnahme war dabei keine Selbstverständlichkeit und wurde letztlich vom Schweizer Staat unterstützt, da die Schweiz zum Zeitpunkt des Projektaufrufs keinen assoziierten Status besass. „Hier war die Begleitung durch Euresearch sehr wertvoll“, betont der Experte. Als Anlaufstelle für das Europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation habe Euresearch eine Schnittstellenfunktion eingenommen.
Laut Angelini wächst nicht nur die internationale Sichtbarkeit, indem DeltaMem Teil von MEloDIZER ist. Es entstehen auch starke Synergieeffekte – durch den Zugang zu internationalen Forschungs- und Industrienetzwerken und zu Spitzenforschung. Daraus könnten innovative Anwendungen und neue Geschäftsfelder entstehen, wobei sich der Entwicklungsaufwand und dessen Risiken auf viele Schultern verteilen. „EU-Projekte ermöglichen es, Technologien in einem Umfang weiterzuentwickeln und zu validieren, den ein einzelnes KMU allein kaum effizient erreichen könnte“, erklärt Angelini. ce/yvh

