Tourismusregion Zürich verzeichnet durchwachsenes erstes Halbjahr 2026

Zürich - In der Tourismusregion Zürich haben mit einem Anteil von 40,4 Prozent im ersten Halbjahr 2026 so viele Schweizer Gäste genächtigt wie noch nie. Besonders stark stieg auch die Zahl der Gäste aus Österreich und Spanien. Dagegen beeinträchtigte der Krieg im Nahen Osten die Entwicklung der Fernmärkte deutlich.

(CONNECT) ZürichTourismus, die offizielle Organisation für das Destinationsmarketing von Stadt und Region Zürich, zieht laut einer Mitteilung eine durchwachsene Bilanz des ersten Halbjahrs 2026. Insgesamt verzeichnete sie 1,4 Prozent weniger Logiernächte als im Vorjahr. Die rückläufige Entwicklung setzte im März mit einem Minus von 2,7 Prozent ein. Dagegen hatten die ersten beiden Monate des Jahres ein Wachstum von 3,5 beziehungsweise 3,9 Prozent gebracht. Im April belief sich der Rückgang auf 4,6 Prozent, im Mai auf 2,5 Prozent und im Juni auf 3,1 Prozent.

Besonders ging die Zahl jener Gäste zurück, deren Flugroute über die Krisenregion im Nahen Osten führen würde. Aus Indien kamen 27,9 Prozent weniger Reisende, aus Südostasien waren es 25,8 Prozent weniger, aus den Golfstaaten 14,1 Prozent und aus China 2,4 Prozent weniger. Dabei fallen die drei Letztgenannten besonders ins Gewicht, weil sie im Freizeittourismus zu den ausgabenstärksten zählen.

Hingegen verzeichnete Nordamerika als der wichtigste ausländische Herkunftsmarkt der Tourismusregion Zürich ein leichtes Plus von 0,8 Prozent. Mit einem Marktanteil von 13,1 Prozent behauptete er seine Führungsposition.

Einen grossen Teil der Rückgänge konnten die Schweiz und die europäischen Nahmärkte auffangen. Die tragende Säule bleiben die inländischen Gäste. Mit einem Wachstum von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entfiel auf sie erstmals ein Anteil von 40,4 Prozent. Das bedeutet, dass mehr als vier von zehn Logiernächten auf das Konto von Gästen aus der Schweiz gingen. Besonders stark entwickelten sich Österreich (+11,6 Prozent) und Spanien (+10,6 Prozent). Auch Deutschland und Italien (je +1,2 Prozent) und die Niederlande (+0,4 Prozent) verzeichneten Zuwächse. Grossbritannien (-1,0 Prozent) und Frankreich (-0,7 Prozent) gingen leicht zurück.

Für Thomas Wüthrich, den Direktor von Zürich Tourismus, zeigt die Halbjahresbilanz 2026, dass sich kurzfristige Flexibilität und eine langfristige Marktstrategie erfolgreich ergänzen: „Bereits kurz nach der geopolitischen Eskalation haben wir unsere Marktbearbeitung angepasst und gezielt zusätzliche Mittel in die Schweiz und die europäischen Nahmärkte investiert.“ Zwar bleibe die langfristige Marktstrategie unverändert, doch man reagiere flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen. „Dass der Heimmarkt Schweiz erstmals mehr als 40 Prozent aller Logiernächte erreicht, bestätigt die Bedeutung eines breit diversifizierten Gästemixes, gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten.“ ce/mm

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