Die Mitteilung ist sehr knapp gehalten. „Swiss Re informiert, dass sie mit SoftBank Group Corp. („SoftBank“) vorläufige Gespräche bezüglich einer möglichen Minderheitsbeteiligung an Swiss Re führt“, schreibt der Zürcher Rückversicherer. „Die Gespräche befinden sich in einem sehr frühen Stadium. Es ist offen, ob es zu einer Einigung kommt, noch besteht Gewissheit bezüglich Konditionen, dem Timing oder der Form einer solchen Transaktion.“
Laut Medienberichten geht es dabei aber um einen sehr hohen Minderheitsanteil. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, will SoftBank bis zu einem Drittel des Rückversicherers übernehmen. Die Zeitung beruft sich auf „Personen, die dem Thema nahestehen“. Bei einer Marktkapitalisierung von derzeit rund 31 Milliarden Franken müsste SoftBank rund 10 Milliarden auf den Tisch legen. Die Gespräche seien bereits fortgeschritten. Vertreter von Swiss Re seien in den vergangenen Wochen nach Tokio an den Sitz von SoftBank gereist und hätten unter anderem dessen Gründer und Konzernchef Masayoshi Son getroffen.
Der Telekomkonzern war 1981 gegründet worden und hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend ausserhalb der Branche und ausserhalb Japans engagiert. So übernahm SoftBank 2012 den französischen Robotikshersteller Aldebaran Robotics, 2016 den britischen Chiphersteller ARM und 2017 den amerikanischen Roboterhersteller Boston Dynamics, der vorher zur Google-Mutter Alphabet gehört hatte. Ebenfalls im vergangenen Jahr beteiligte sich SoftBank am Taxidienstleister Uber. 2016 erzielte SoftBank einen Gesamtumsatz von 76,5 Milliarden Franken.
SoftBank wäre bei einem Einstieg in der diskutierten Grössenordnung der mit Abstand grösste Einzelaktionär. Laut dem Swiss Re-Geschäftsbericht 2016 war die amerikanische Beteiligungsgesellschaft BlackRock Ende 2016 mit einem Anteil von 5,06 Prozent des Aktienkapitals der einzige Aktionär, der mehr als 3 Prozent des Rückversicherers hält. Die Swiss Re-Aktie legte an der Schweizer Börse am Donnerstag nach Bekanntgabe der Gespräche mit SoftBank deutlich auf bis zu 96 Franken zu; am Mittwoch war sie mit gut 90 Franken aus dem Handel gegangen. stk

