(CONNECT) Robotik wird heute weltweit in Industrie, Medizin, Logistik und etlichen weiteren Einsatzfeldern verwandt. Die Schweiz ist dabei sehr gut aufgestellt, heisst es in einer Mitteilung von Raiffeisen Economic Research mit Sitz in St.Gallen zu ihrem aktuellen Wirtschaftsmonitor. Mindestens 217 Unternehmen mit rund 7000 Beschäftigten bilden das Schweizer Robotik-Ökosystem. Bei Unternehmensgründungen pro Kopf im Bereich der Robotik liegt die Schweiz vor den USA und Europa, so die Studie. Demnach hätten seit 2020 insgesamt 3,8 Schweizer Robotik-Start-ups pro Million Einwohner Risikokapital erhalten, „deutlich" mehr als in den USA, Grossbritannien und anderen von Raiffeisen untersuchten europäischen Ländern.
„Robotik erreicht immer mehr Branchen. Die Schweiz ist sowohl bei der Entwicklung als auch beim Einsatz von Robotern stark und hat damit gute Voraussetzungen, wirtschaftlich von dieser Entwicklung zu profitieren“, wird Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, in der Mitteilung zitiert. Weltweit werden derzeit mehr als 5 Millionen Industrieroboter eingesetzt, 2025 verliessen 207‘000 professionelle Roboter die Werkhallen, so der Bericht. Die Schweiz ist besonders stark bei technologisch anspruchsvollen Spezialanwendungen, etwa bei Drohnen, autonomen mobilen Robotern und in der Medizinalrobotik, heisst es in der Mitteilung. Mit 29 Industrierobotern auf 1000 Beschäftigte gehört die Schweiz zu den weltweit zehn führenden Ländern, in Europa führt sie die Spitze an.
Eine wichtige Rolle bei ihrer Entwicklung spielen die Hochschulen. Etwa 56 Prozent der hiesigen Robotikfirmen sind Ausgliederungen unter anderem der Eidgenössischen Technischen Hochschulen Zürich (ETH) und Lausanne (EPFL). Zürich und Waadt sind auch geografisch die Zentren der Robotik. „Die Verbindung von Hochschulforschung und Industrie schafft nicht nur viele neue Unternehmen. Robotik-Start-ups finden in der Schweiz auch früh Investoren und gute Voraussetzungen für ihr Wachstum“, so Hasenmaile. Allerdings würden bei Finanzierungsrunden mit einem Umfang von mehr als 100 Millionen Dollar nur 12 Prozent der Investitionen aus der Schweiz stammen - 54 Prozent kommen aus den USA. ce/ww

