(CONNECT) Eine repräsentative Umfrage von Raiffeisen Schweiz zeigt laut einer Mitteilung, dass die Weitergabe von Wohneigentum innerhalb der Familie nach wie vor bevorzugt wird. Neben emotionalen spielen dabei auch finanzielle Gründe eine zentrale Rolle.
Fast die Hälfte der Befragten nennt die finanzielle Unterstützung der Kinder als wichtigste Motivation. Allerdings ist die Bereitschaft zur Übernahme weniger ausgeprägt: Während sich 85 Prozent der Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer mit erwachsenen Kindern eine Weitergabe vorstellen können, ist es auf Seiten der potenziell Übernehmenden nur rund die Hälfte. Gründe dafür sind unter anderem eine unpassende Lage der Immobilie oder bereits vorhandenes Wohneigentum.
Konflikte sind im Weitergabeprozess häufig, bleiben jedoch meist moderat. Rund 80 Prozent der Übergebenden, etwa die Hälfte der Übernehmenden sowie zwei Drittel der Geschwister berichten von Auseinandersetzungen. Diese drehen sich vor allem um den Immobilienpreis, den Zustand oder den Zeitpunkt der Übergabe. Auch Ausgleichszahlungen führen zu Spannungen – rund 30 Prozent der Übernehmenden mit Geschwistern nennen dieses Thema als Streitpunkt.
Ein wesentlicher Grund für Konflikte ist laut Raiffeisen fehlendes Wissen: 40 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung fühlen sich in Fragen der Weitergabe von Wohneigentum nicht ausreichend informiert. Zwar ziehen viele Familien externe Fachleute herbei, doch rund ein Viertel der Übergebenden gibt an, dies zu spät getan zu haben. „Wer früh plant, offen kommuniziert und professionelle Unterstützung nutzt, schafft die Grundlage für eine faire Lösung und bewahrt zugleich den familiären Zusammenhalt“, wird Christian Rehefeldt zitiert, Co-Leiter des Fachzentrums Erbschaftsberatung bei Raiffeisen Schweiz. ce/ja

