(CONNECT) Beyond Gravity ist an der nächsten Mondmission der NASA beteiligt. Im Rahmen des Raumfahrtprogramms Artemis II soll sie laut einer Mitteilung des Zürcher Raumfahrtunternehmens Anfang April vier Astronauten auf eine Reise um den Mond schicken. Ein zentrales Element dieser und der bereits geplanten folgenden Artemis-Missionen ist das European Service Module der Europäischen Weltraumorganisation. Dieses Modul versorgt das NASA-Raumschiff Orion mit Energie und stellt den Astronautinnen und Astronauten an Bord Strom, Antrieb und Trinkwasser bereit. Ausserdem ermöglicht es eine atembare Atmosphäre und eine angenehme Temperatur.
Für dieses Servicemodul liefert Beyond Gravity die Antriebsmechanismen der Solaranlage. Entwickelt wurden sie in Zürich. Zu den Mechanismen gehören Schleifringe und Drehkapseln der in Nyon VD produzierenden Tochterfirma Beyond Gravity Slip Rings. Die Mechanismen sind für äusserst präzise Bewegungen ausgelegt und ermöglichen es den Solarflügeln, sich zu neigen und zu drehen, um der Sonne zu folgen und Kameras für die Inspektion des Raumfahrzeugs zu positionieren.
„Diese Antriebsmechanismen für Solaranlagen gehören zu den komplexesten Mechanismen im Weltraum“, wird Alexandra Isele, Beyond Gravitys Vizepräsidentin Mechanical Satellites Solutions, zitiert. „Beyond Gravity wurde für die Entwicklung und Fertigung dieser Komponenten aufgrund seiner einzigartigen Expertise und Fähigkeiten in diesem Technologiefeld ausgewählt.“
Für künftige Artemis-Missionen liefert Beyond Gravity Schlüsselkomponenten für das Space Launch System, also die Trägerrakete. Mit seinem Fachwissen in der Herstellung von Kohlefaserverbundwerkstoffen wird das Unternehmen den Universal Stage Adapter herstellen, der die Trägerrakete mit dem Servicemodul verbindet. Die Arbeiten dafür wurden bereits 2017 im Werk in Decatur im US-Bundesstaat Alabama begonnen, dem Hauptsitz von Beyond Gravity USA. Der Adapter ist 9,9 Meter hoch und misst an seiner breitesten Stelle 8,4 Meter. Er wird erstmals bei Artemis IV zum Einsatz kommen. Dann, im Jahr 2028, sollen wieder Menschen den Mond betreten. ce/mm

