Michael Baumer

Stadtrat, FDP

Inwiefern werden Sie sich für den Erhalt und die Stärkung eines wettbewerbsfähigen und attraktiven Wirtschafts-, Innovations- und Forschungsstandorts Zürich einsetzen?

Als Vorsteher der Industriellen Betriebe bin ich für die wichtigsten Infrastruktursysteme zuständig. In meinem Departement kommen sowohl die Energieversorgung, der öffentliche Verkehr als auch die Wasserversorgung zusammen. Alle drei Infrastrukturen sind essentiell für die Stärkung und den Erhalt eines attraktiven Standortes Zürich. 

Wichtig für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit von Zürich ist jedoch nicht nur der Erhalt bzw. die Pflege, sondern auch der gezielte Ausbau und die innovativen Erneuerungen der Infrastruktur. Dafür setze ich mich besonders ein. Wir sind zum Beispiel zusammen mit der VBZ daran, die zukünftigen Herausforderungen des öffentlichen Verkehrs klar zu definieren und nach innovativen Lösungsansätzen wie verstärktem Einbezug von Digitalisierung und neuen, urbanen Mobilitätsformen das prognostizierte Bevölkerungswachstum zu begleiten und verkehrstechnisch aufzufangen. Dabei gibt es keine Denkverbote: der Bau einer sogenannten «Trammetro» auf zwei Ringsysteme gehören u.a. zu den Projekten, die nun weiterverfolgt werden sollen.

Sowohl das EWZ und Energie 360° sind dran, in den Bereichen Energie und Wärmeversorgung die Umstellung auf nichtfossile Energieträger in den nächsten Jahren zu bewältigen. Dieses Generationenprojekt hat mit 2040 einen konkreten Zeitpunkt erhalten, wann die Transformation stadtweit abgeschlossen werden soll. Dieses ambitionierte Ziel ist aus heutiger Sicht mit vollem Einsatz aller Beteiligten zu bewältigen. Die primären Dienstleistungen im Bereich Energie und Wärme werden in gleichem Masse gewährleistet wie bis anhin. Ziel des Ausbaus der erneuerbaren Stromproduktion ist auch die Sicherstellung der Versorgungssicherheit, welche für eine Grundvoraussetzung für einen prosperierenden Standort Zürich ist. 

Inwiefern setzen Sie sich für im interkantonalen und internationalen Kontext wettbewerbsfähige Steuern sowohl für juristische als auch natürliche Personen ein? Unterstützen Sie in diesem Zusammenhang die Forderung nach der Umsetzung des zweiten Schritts der Steuervorlage 17?

Die Steuervorlage 17 ist ein wichtiges politisches Geschäft, dass es zu unterstützen gilt. Nach langem Hin und her wurde ein guter Kompromiss gefunden, der aus meiner Sicht für den Standort Zürich positiv auswirkt. Der Kanton Zürich erhält u.a. mehr Spielraum bei der Senkung der kantonalen Steuersätze. Der zweite Schritt der Steuervorlage ist eine logische Fortsetzung, die ich unterstütze. Allenfalls sind die Auswirkungen der Pandemie auf den Kanton in der zeitlichen Umsetzung zu berücksichtigen.

Sind Sie bereit, gerade im Interesse der Standortfragen (Wirtschaft, Forschung, Innovation) mit den anderen bürgerlichen Parteien zusammenzuarbeiten, damit Zürich seine Standortattraktivität sowohl national als auch international steigern kann?

Zum Wohle des Standortes Zürich ist von absoluter Wichtigkeit mit vereinten Kräften zugunsten einer florierenden Wirtschaft, einer hochkarätigen Forschung und der Nutzung von cleveren Innovationen im Alltag zu kämpfen. Die Zusammenarbeit mit anderen bürgerlichen Parteien, gerade in den besagten Bereichen, stellt für mich damit eine wichtige Grundlage dar, um dieses Ziel überhaupt erst erreichen zu können. 

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