Negativzinsen belasten Banken

Zürich - Schweizer Banken blicken mehrheitlich pessimistischer in die Zukunft als im letzten Jahr. Zudem bewertet nur eine Minderheit die Geschäftsentwicklung 2018 als gut. Grösste Belastung ist die anhaltende Negativzinspolitik. Dies zeigt das aktuelle Bankenbarometer von EY.

Dem aktuellen Bankenbarometer der Beratungsgesellschaft EY zufolge gehen die Schweizer Banken mehrheitlich von einer sich verschlechternden Geschäftsentwicklung aus. „Die Tiefzinspolitik hat die Margen im Kreditgeschäft schmelzen lassen und die Zinserträge konnten nur durch eine markante Ausweitung des Kreditgeschäftes stabil gehalten werden“, wird Patrick Schwaller, Managing Partner, Audit Financial Services bei EY in der Schweiz, in der Mitteilung von EY zum Barometer zitiert. „Und auch im Kommissionsgeschäft mussten die Banken schmerzhafte Margeneinbussen verkraften.“

Um den Ertragsverlust aufgrund der stark gesunkenen Zinsen auszugleichen, haben die Banken ihr Hypothekarvolumen seit 2000 fast verdoppelt, informiert EY in der Mitteilung weiter. Im aktuellen Bankenbarometer gaben jedoch bereits 44 Prozent der befragten Banken an, künftig restriktiver bei der Vergabe von Wohnbaukrediten agieren zu wollen. Zudem schliessen nur noch 34 Prozent die Weitergabe der durch Negativzinsen entstehenden Kosten an ihre Kunden aus.

Statt auf das Kreditgeschäft setzten die Banken für zukünftiges Wachstum derzeit vermehrt auf das Geschäft mit Anlagen. Die Experten von EY sind jedoch skeptisch, ob diese Strategie für die grosse Mehrheit der Banken erfolgreich sein kann. „Denn vermutlich ist die Summe der Ambitionen der Banken im Anlagegeschäft mit Schweizer Kunden grösser als das effektive Marktpotenzial“, warnt Olaf Toepfer, Leiter Banking & Capital Markets bei EY Schweiz, in der Mitteilung. hs

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