Grossunternehmen profitieren vom Aufschwung mehr als KMU

Zürich - Schweizer Grossunternehmen profitieren vom Aufschwung der Wirtschaft stärker als die KMU des Landes. Dies gilt sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor. Besonders deutlich wird die Schere in den Branchen Detailhandel und Tourismus.

Einer Mitteilung der UBS zufolge ist das von der Zürcher Grossbank erstellte KMU-Barometer in der Industrie zwischen Oktober vergangenen und Januar dieses Jahres von 0,73 auf 0,51 Punkte gefallen. Das entsprechende Barometer für Grossunternehmen stieg im selben Zeitraum dagegen von 0,53 auf den Rekordwert von 0,82 Punkten an. Bei den Grossunternehmen hätten Bestellungseingänge und das Produktionsniveau dem Barometer kräftig Auftrieb verliehen. Negative Signale derselben Indikatoren drückten das Barometer für KMU hingegen nach unten. 

Auch im Baugewerbe sahen Auftragsbestand und Geschäftslage zum Jahresanfang für Grossunternehmen besser aus als für die Branchen-KMU. Bei den Erträgen kämpften die Grossunternehmen hingegen weiterhin mit Einbussen, während die Ertragslage der KMU auf etwas niedrigerem Niveau stabil blieb. 

Im Dienstleistungssektor beurteilen die Grossunternehmen den Erhebungen der UBS zufolge die eigene Geschäftslage wieder positiver als im Vorquartal. Der Abwärtstrend der KMU setzt sich dagegen seit Mitte letzten Jahres fort. Auch bei der Ertragslage schnitten Grossunternehmen im Dienstleistungssektor besser ab als die KMU. 

Besonders deutlich klaffen die Entwicklungen im Detailhandel und im Tourismus auseinander. In beiden Branchen vermeldeten die Grossunternehmen positive Entwicklungen hinsichtlich der Geschäftslage. Die KMU im Detailhandel mussten hingegen nach einer leichten Erholung gegen Ende 2017 Anfang dieses Jahres wieder eine Verschlechterung der Geschäftslage hinnehmen. Im Tourismus sanken bei den KMU gar alle Indikatoren bis auf die Nachfrage, die auf tiefem Niveau stagnierte. hs

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